Spiel mit Feuer ging nicht auf. Franz Aschauer über Willi Schmirchers Ende als Trainer beim Kremser Sportclub.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 03. Januar 2019 (02:27)

Reibung erzeugt Energie. Ein Blick ins Physik-Lehrbuch reicht, um die Idee hinter der Trainerbesetzung Wilhelm Schmircher/Harald Hummel zu verstehen. Erfahrener Fußballlehrer trifft bodenständigen Arbeiter. Eine Kombination, von der sich der Kremser Sportclub – berechtigterweise – sportliche Höhenflüge erhoffte.

Die Synergieeffekte blieben aber aus. Hummel und Schmircher führten im Hintergrund einen monatelangen Kleinkrieg, ehe nun die Bombe platzte. Im Nachhinein bleiben nur noch folgende Fragen: Hätte der KSC überhaupt zwei völlig unterschiedliche Charaktere zusammenarbeiten lassen dürfen? Und hatte die unharmonische Beziehung, von der auch die Mannschaft früh Wind bekam, negative Effekte auf die sportliche Entwicklung? Aus der zweiten Reihe Antworten darauf zu geben, wäre unseriös. Klar ist aber: Der KSC ging mit der Besetzung Schmircher/ Hummel ein Spiel mit dem Feuer ein, das er verloren hat. Sportlich gesehen wirkte sich das Konfliktduo nicht positiv aus, dafür reicht ein Blick auf die Tabelle.

Den größten Schaden bescherte dem Verein jetzt aber Willi Schmircher. Mit einem Kritikhagel gegen seinen Kollegen an die Öffentlichkeit zu gehen, ist höchst unprofessionell und schadet dem Bild des KSC, das in den vergangenen Monaten ohnehin so viele Kratzer abbekommen hat. Umso unverständlicher ist es, dass Schmircher dem Verein als Nachwuchsleiter erhalten bleiben soll.