Unverständnis für FPÖ-Tourismus-Kritik in Krems. Freiheitliche orten nach Eingliederung des Tourismus in das Stadtmarketing „totales politisches Versagen“.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 16. Januar 2020 (05:31)
Susanne Rosenkranz (FPÖ): „Vorgangsweise der Stadtverantwortlichen ist nicht erklärbar.“
NOEN

Keine Debatte und ein einstimmiger Beschluss: die Auflösung der Krems Tourismus GmbH war keine große Sache in der Gemeinderatssitzung Ende September. Auch der FPÖ war die Liquidation keine Wortmeldung wert. Ganz anders stellt sich die Situation dar, nachdem kürzlich bekannt geworden war, dass Tourismusbüro-Leiterin Gabriela Hüther und ihrem Team gekündigt wurde.

Ein Anlass für Stadträtin Susanne Rosenkranz, ein Kritik-Feuerwerk abzuschießen. „Das Stadtmarketing ist ohne Führung, ebenso wie der Tourismus und der Bereich Betriebsansiedelung“, schreibt Rosenkranz in einer Aussendung. Sie ortet nun „ein totales Versagen der Politik“, die „Vorgangsweise der Stadtverantwortlichen“ sei „nicht erklärbar“. Rosenkranz‘ Vermutung: „Die Konstruktion in Form einer GmbH wurde offenbar so gewählt, um Entscheidungen im stillen Kämmerchen treffen zu können.“

Resch: „Habe Gemeinderatsbeschluss umgesetzt“

Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) kommentiert die Kritik der Freiheitlichen knapp: „Ich habe den Gemeinderatsbeschluss umgesetzt. Gabriela Hüther und ihr Team hätten sich wieder bewerben können.“

Vizebürgermeister Erwin Krammer (ÖVP) verteidigt das Stadtmarketing.
Martin Kalchhauser

Kein Verständnis für die Vorwürfe von Rosenkranz hat ÖVP-Vizebürgermeister und Stadtmarketing-Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Krammer. „Mit solchen unreflektierten Aussagen schädigt sie die Innenstadt.“ Das historische Zentrum von Krems ist aktuell das Hauptbetätigungsfeld von Michael Biedermann, der seit dem krankheitsbedingten Rückzug von Alfred Pech das Stadtmarketing interimistisch leitet.

Die Entscheidung, nicht mehr mit Hüther und ihrem Team weiterzuarbeiten, sei aber noch von Pech getroffen worden. Er habe sich neue Leute suchen wollen, erzählt Krammer. Dass nun die Donau Niederösterreich Tourismus GmbH Krems betreut und das Büro am Körnermarkt bezieht, sei eine große Chance, „noch mehr Events nach Krems zu holen“. Als wichtigen Schritt bewertet Krammer auch die neuen Öffnungszeiten des Tourismusbüros, das künftig auch am Wochenende besetzt ist.

Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer für die Stadtmarketing GmbH geht indes in die entscheidende Phase. Rund 20 Bewerbungen sind bis Ende der Frist in der vergangenen Woche eingegangen. Krammer rechnet damit, dass im Februar die ersten Hearings stattfinden.