Beziehung nahm turbulentes Ende. Nach missverständlichen Anrufen der Ex, hielt Stalking-Vorwurf nicht: 27-Jähriger ging frei.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 06. Juni 2020 (05:39)
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„Erst wollte sie, dass ich um unsere Liebe kämpfe. Ich habe ihr Geschenke gemacht und habe alles für sie getan. Dann wollte sie nicht mehr, aber plötzlich hat sie sich wieder gemeldet“, schilderte ein Bauhelfer (27) vor Gericht.

„Wir haben uns wieder getroffen und waren wie Mann und Frau. Sie war meine große Liebe. Ein richtiges Beziehungs-Aus hat es nie gegeben. Es war ein Hin und Her über Monate. Als es mir dann zu viel geworden ist, und ich das wieder einmal geforderte Beziehungsende von ihr akzeptiert und den Kontakt abgebrochen habe, hat sie sich wieder gemeldet. Als ich nicht mehr wollte, war sie vermutlich gekränkt und hat mich aus Hass angezeigt“, schilderte ein Bauhelfer (27) vor Gericht und wollte kein Stalker sein. Er bewies der Richterin dann mit Handyaufzeichnungen, dass die Ex-Partnerin den Kontakt zu ihm gesucht habe, die Initiative von ihr ausgegangen sei.

„Ich habe ihn aus Angst angerufen, um zu wissen, ob er mir schon wieder auflauert und vor meiner Tür steht“, erklärte die 24-jährige Ex-Partnerin aus Krems die Anrufe.

„Das konnte er aber nicht wissen. Mit Ihren Anrufen haben Sie ihm Hoffnung gemacht, und er konnte glauben, Sie wollen eine Versöhnung und ein Weiterbestehen der Beziehung. Sie schrieben sich ja nicht nur böse, sondern auch ausgesprochen nette Nachrichten“, meinte die Richterin, und sprach den Mann vom Vorwurf der beharrlichen Verfolgung frei.