Gasthaus weicht Uni. Gastwirt Martin Schütz verkauft Wirtshaus an seine Nachbarn: „Situation hat sich zu meinem Nachteil verändert.“

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 19. Februar 2019 (11:14)
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Letzter Tag am 31. März: Die Gastwirtschaft Schütz („Matthias Stuben“), die im Gegensatz zum benachbarten Bahnhof und dessen Schuppen nicht denkmalgeschützt ist, weicht der Erweiterung der benachbarten DPU.

Die letzte Stunde schlägt dem Traditionsgasthaus Schütz („Matthias Stuben“) in Stein am 31. März. Gastwirt Martin Schütz verkauft sein Haus an die benachbarte Zahn-Uni (Danube Private University, DPU), die Platz für ihre Erweiterung braucht.

Anfang 2014 hat Schütz das am 4. Oktober 1934 gegründete Wirtshaus von seinem Vater übernommen. Den Grund, auf dem es steht, musste er erst von der NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft NÖVOG erwerben. Seitdem betrieb der heute 41-Jährige den beliebten Gastronomiebetrieb an diesem Standort.

Umbaupläne in Lade, Wehmut bei Verkauf

Dass er jetzt an seine neuen Nachbarn, die 2009 gegründete DPU, verkauft, erfüllt ihn mit Wehmut. „Aber durch den Betrieb der Universität hat sich meine Situation hier massiv zum Nachteil verändert“, zieht er Bilanz über die vergangenen Jahre. „Er hat sich mehr ausgewirkt, als ich geglaubt habe“, verweist er vor allem auf die unbefriedigende Parkplatz-Situation im Bereich Stein und Förthof. „Vor allem im Winter bin ich an diesem Standort auf Gäste angewiesen, die mit dem Auto kommen. Aber es gibt im ganzen Umkreis hier nur maximal 28 Stellplätze.“

Foto: Martin Kalchhauser
Ende mit Wehmut: Martin Schütz, Gastwirt und Besitzer der Matthias-Stuben.

Erst vor kurzem ist der Entschluss gefallen, mit Ende März zuzudrehen. Schütz hatte bereits Pläne für eine Sanierung und einen Umbau (samt erforderlicher Baubewilligung) in der Lade. „Aber mit der Umsatzentwicklung der letzten Zeit wäre so eine Investition nicht zu rechtfertigen gewesen.“ Daher sei es ein „logischer Schritt“, zu verkaufen. Derzeit gebe es zwar erst eine mündliche Einigung mit der Interessentin, der Verkauf sei aber nur mehr eine Formsache. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Gastwirt, der auch IT-Techniker ist, wird auch in Zukunft selbstständig arbeiten und will sich um Ersatz für seine Wohnung (derzeit im Obergeschoß des Gasthauses) in Mautern umsehen.

Die NÖN fragte bei der DPU an, was man mit dem Platz am Standort des Gasthauses vorhat. Präsidentin Marga B. Wagner-Pischel: „Wir haben den Entschluss gefasst, das Gebäude zu kaufen, weil wir dort ein Zentrum für orofazialen Schmerz (Gesichtsschmerz, Anm.) unter der Leitung von Professor Jens C. Türp errichten und die praktischen Ausstattungen für das Diplomstudium Zahnmedizin (Dr. med. dent.), Implantologie und Orale Chirurgie erweitern möchten.“