Nach Alko-Unfall: Sandra Kern zurückgetreten. Konsequenzen nach Alko-Geisterfahrerunfall mit zwei Verletzten: „Schwerer Fehler!“

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 03. Januar 2019 (12:07)
Martin Kalchhauser
 Sandra Kern

In stark alkoholisiertem Zustand hatte die Bundesratsabgeordnete Sandra Kern (46) als Geisterfahrerin am Abend des 29. Dezember auf der S33 bei St. Pölten einen schweren Unfall verursacht (wir hatten berichtet, siehe hier und unten). Nun zog sie die Konsequenzen aus ihrem Fehlverhalten.

Mit über 1,5 Promille am Steuer

NÖN-Leser erinnern sich: In der falschen Fahrtrichtung nach Krems unterwegs, rammte die ÖVP-Politikerin einen entgegenkommenden Wagen. Dessen Fahrer (32) und die Beifahrerin (27), beide aus dem Bezirk Linz-Land (OÖ), wurden im Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt. Bei der schuldtragenden Lenkerin ergab die Alkoholkontrolle über 1,5 Promille.

Keine Kandidatur bei der AK-Wahl

In Form einer Aussendung zog Kern dann am 2. Jänner die Konsequenzen aus dem Vorfall (wir hatten berichtet, siehe hier und unten). Sie legte mit sofortiger Wirkung ihr Bundesratsmandat, das sie seit Oktober 2015 ausgeübt hatte, zurück.

Auch bei der AK-Wahl Ende März wird sie nicht kandidieren. Die Hollenburgerin wäre dort an aussichtsreicher Stelle gereiht gewesen. Laut einem Sprecher der ÖVP NÖ (der ÖAAB NÖ war telefonisch für keine Stellungnahme erreichbar) wird sie ihren Brotberuf als Landesgeschäftsführerin des ÖAAB NÖ aber weiter ausüben.

ÖVP-Zukunftshoffnung aus Rennen

Sandra Kern war hinter den Kulissen als eine der möglichen aussichtsreichen Kandidatinnen für die Gemeinderatswahl 2022 in Krems gehandelt worden. Erfahrungen auf kommunalpolitischer Ebene hatte sie schon 2002 bis 2010 gesammelt, als die für die Volkspartei Stadträtin in Krems war. „Ich habe einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bedaure“, ließ sie in einer APA-Aussendung wissen. „Dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen.“

In die Schlagzeilen war die ÖVP-Frau übrigens schon 2016 einmal geraten. Ihr Hund hatte in Hollenburg einen Schwan zu Tode gebissen, und ihr war vorgeworfen worden, keine Hilfe geholt zu haben.