Leute im Wohnblock fürchten Nachbarin

Brandalarm und „fliegende“ Kleinmöbel: Mitbewohner fühlen sich in Krems im Stich gelassen.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:35
Lesezeit: 1 Min
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In einem dieser Mehrparteien-Wohnhäuser im Kremser Stadtgraben wohnt die Frau, die bereits mehrmals ihre Mitbewohner und Passanten gefährdet haben soll.
Foto: Martin Kalchhauser

„Sie terrorisiert den ganzen Block. Und niemand will oder kann den Zuständen Abhilfe schaffen.“ Verzweifelt sind Mitbewohner einer mutmaßlich psychisch kranken Frau in einem Mehrparteienhaus in der Arbeitergasse.

Erst in der Vorwoche gab es einen Fehlalarm, weil sie in der Wohnung Fotos verbrannte. „Oft ist zweimal in der Woche die Polizei da“, berichtet eine andere Nachbarin. „Die kommen wirklich immer, wenn wir anrufen, aber sie lässt sie meistens nicht einmal hinein.“ Nicht nur sie fühlt sich durch die oft rabiate Frau gefährdet: „Sie hat schon Kleinmöbel und einmal einen Fernsehapparat aus dem Fenster geschmissen.“ Wenn sie andere Menschen im Stiegenhaus aufs Tiefste beschimpfe, sei das noch etwas relativ Harmloses. „Mir sind auch auf den Stiegen schon Sachen entgegengeflogen!“

Interventionen über den Amtsarzt seien ergebnislos geblieben, wachsen Unverständnis und Ärger im Stadtgraben.

„Was behördlich zu veranlassen ist, wurde veranlasst“, will Stadtamtsdirektor Karl Hallbauer aus Datenschutzgründen keine weiteren Details bekannt geben. Maßgebend sei das Unterbringungsgesetz. „Was im Rahmen der Möglichkeiten liegt, wird von uns natürlich gemacht.“

Dass Entscheidungen dem Amtsarzt obliegen, betont auch Hallbauers Stellvertreter Hannes Zimmermann. „Aktenkundig ist bei uns nur, dass jemandem eine Essen-auf-Rädern-Box nachgeschmissen wurde.“ Man sei auf Beobachtungen und entsprechende Anzeigen angewiesen. Immerhin verspricht Zimmermann, dass man diesbezüglich eng mit der Polizei zusammenarbeiten möchte: „Wir schauen uns das nochmals genau an.“

Die Hoffnungen, dass entsprechende Schritte wie eine Zuweisung der Frau zur Behandlung ihrer psychischen Störung erfolgen, sind ungebrochen. Die verängstigte Nachbarin: „Ich hoffe, in unserem Fall ist es nicht wie so oft, dass erst was passieren muss, damit was passiert!“