Messerattacke auf Polizisten: Prozess um Einweisung. In Krems hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 42-Jährigen begonnen, der im April in Waidhofen an der Thaya seine Mutter mit einem Messer bedroht haben und mit dem Gegenstand auf einen Polizisten losgegangen sein soll. Laut Gutachten war der Betroffene nicht zurechnungsfähig. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 02. Oktober 2019 (10:27)
APA (Symbolbild)

Der 42-Jährige griff laut Anklage am Morgen des 9. April seine eigene Mutter mit einem Küchenmesser mit zehn Zentimeter Klingenlänge an. Der Betroffene soll die 68-Jährige gegen einen Zaun vor dem Haus der Familie gedrückt haben. Der Frau gelang allerdings unverletzt die Flucht in die Garage, sie alarmierte umgehend die Exekutive.

Beim Eintreffen der Polizei soll der österreichische Staatsbürger mit dem Messer auf einen Beamten zugestürmt sein. Dieser drehte sich reflexartig zur Seite und verhinderte so einen Bauchstich. Dem Polizisten gelang es zudem, den Betroffenen an der messerführenden rechten Hand zu fassen und zu fixieren.

Im Zuge des Gerangels versetzte der Waldviertler einem zweiten Beamten mit der linken Hand einen Schlag ins Gesicht und mit dem Fuß gegen das Knie. Daraufhin setzten die Polizisten Pfefferspray ein und fixierten den 42-Jährigen mittels Körperkraft am Boden. Der Betroffene soll währenddessen Morddrohungen ausgesprochen haben.

Die Staatsanwältin berichtete in ihrem Eröffnungsvortrag von einer langjährigen psychischen Erkrankung des Waldviertlers. "Am 9. April war er so tief drinnen in der Psychose, dass er Recht nicht von Unrecht unterscheiden konnte", sagte die Vertreterin der Anklagebehörde. Aufgrund der Erkrankung sei auch "jederzeit damit zu rechnen, dass er genau solche Sachen wieder tut".

Wäre der Betroffene zurechnungsfähig, müsste er sich vor wegen versuchten Mordes, Widerstands gegen die Staatsgewalt sowie schwerer Körperverletzung verantworten. Der Verteidiger befand, dass aufgrund der "Abläufe und der Person des Angeklagten" kein Mordvorsatz nachzuweisen sei.

Bei der Verlesung der Generalien gab der schwer verständlich sprechende 42-Jährige an, dass ihm "die ganze Welt gehöre". Später sagte er, dass er "Wissenschafter des russischen KGB" sei. Zudem räumte der Mann ein, dass er seiner Mutter "das Messer weggenommen" habe, damit diese nicht auf ihn losgeht. Dass er nach Eintreffen der Exekutive sofort auf den Polizisten losgegangen sei, stimme nicht, bekräftigte der Betroffene. "Ich will einen Freispruch", forderte der 42-Jährige schließlich und fügte hinzu: "Ich bin nicht psychisch krank."

Die Mutter des Waldviertlers schilderte im Rahmen der kontradiktorischen Einvernahme, die per Video vorgeführt wurde, dass ihr Sohn sie mit dem Messer verfolgt und vor dem Haus erwischt habe. "Er hat nichts gesagt. Ich habe mich dann losgerissen." Von den Tätlichkeiten gegen die Polizisten habe sie "nichts mitbekommen". "Ich wünsche ihm, dass er die beste Behandlung bekommt und wieder gesund wird", sagte die 68-Jährige in Richtung ihres Sohnes.

Der 42-Jährige sagte nach der vorgeführten Einvernahme der Mutter auf Frage der vorsitzenden Richterin, dass er die Person in dem Video nicht kenne. Er habe die Frau auch noch nie gesehen.