Treibender Baumstamm krachte gegen Motorboottankstelle. Von einem in der Hochwasser führenden Donau treibendem Baumstamm getroffen wurde die Motorboottankstelle in Förthof (Krems-Stein). Zum Glück blieb die Anlage dicht. Die Bergung dürfte aber eine Herkulesaufgabe werden.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 05. August 2020 (12:41)

Vermutlich infolge einer Kollision mit einem großen Baumstamm, der die Donau abwärts trieb, kenterte die Motorboottankstelle wenige Meter oberhalb der Mauterner Donaubrücke in den frühen Morgenstunden des 5. August.

12.000 Liter Sprit in Tanks

Die Kremser Feuerwehr rückte mit 15 Helfern und fünf Fahrzeugen, darunter der Drehleiter und dem schweren Kranfahrzeug aus. Zwar konnten die Helfer die Tankstelle nicht wieder aufstellen, doch immerhin war festzustellen, dass die mit rund 5.000 Litern Benzin und 7.000 Litern Diesel gefüllten Tanks vorerst dicht geblieben waren und eine drohende massive Beeinträchtigung der Umwelt ausgeblieben war.

Treibender Baum als Ursache?

"Vermutlich war ein Baumstamm gegen die Anlage gekracht und hatte den Schwimm-Ponton unter Wasser gezogen", so FF-Chef Gerhard Urschler im Telefonat mit der NÖN. "Eine Bergung vom Ufer aus war auch mit unserem großen Kranfahrzeug nicht möglich." Zum hohen Gewicht der Tankstelle - vermutlich um die 50 Tonnen - komme die extrem starke Strömung der Hochwasser führenden Donau.

Anlage mit Seilen gesichert

Laut Urschler würde man bei einem Bergungsversuch riskieren, dass der Kranwagen ins Wasser stürze. "Dieses Bergemanöver übersteigt einfach unsere Möglichkeiten!" Die Feuerwehr musste sich daher bei ihren Maßnahmen darauf beschränken, die Anlage mit starken Seilen zu sichern und ein Losreißen zu verhindern.

Kranfirma soll helfen

Betreiber Gerhard Haslinger, der beim Anruf der NÖN auch gerade mit einer Kranfirma in Kontakt stand, war tagsüber fieberhaft bemüht, die Bergung der Tankstelle in die Wege zu leiten. "Es ist nichts ausgeronnen, es gibt keinen Umweltschaden", betonte er. "Wir sind dabei, die Anlage wieder aufzustellen."

Sinkende Pegel abwarten?

Laut APA bestätigte auch Amtsleiter Leopold Rohrhofer vom Magistrat der Stadt Krems, dass die gekenterte Anlage dicht sei. Die Bergung sei seiner Einschätzung nach wohl erst möglich, wenn sich der Pegelstand der Donau um rund eineinhalb Meter gesenkt habe, erklärte er. Sollte das Manöver vom Ufer aus nicht klappen, so ein Fachmann, müsste auch eine (allerdings kostspielige) Bergung von einem Schiff aus in Erwägung gezogen werden.

Wurde Sicherung versäumt?

In den Reihen der Schaulustigen, die sich im Laufe des Vormittags um den Schauplatz des Vorfalles versammelt hatten, wurde immer wieder auch die Frage laut, warum die Tankstelle nicht angesichts des (nicht unerwarteten) Hochwassers rechtzeitig an Land gesichert worden war. Diese Frage hatte sich leider offenbar zu spät gestellt.