Wettbieten um Steiner „Luxus-Grundstücke“. Investoren wollen Hintenberger-Gelände und benachbarte Grünfläche kaufen. Quadratmeterpreis liegt bei rund 700 Euro.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 15. Oktober 2019 (04:08)
Franz Aschauer
Michael und Jens Dekarsky, die Geschäftsführer der Dachdeckerei Hintenberger, sehen den Ball bei der Stadt Krems, von der sie sich Gesprächsbereitschaft erhoffen.

Mit der Auftaktveranstaltung für das Leitbild „Kulturbezirk Stein 2030“ rücken zwei der teuersten Grundstücke von Krems wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Das Gelände der Dachdeckerei Hintenberger neben der Schiffsstation und die angrenzende Grünfläche im Besitz der Casinos Austria sind heiß begehrt.

Der Stadt Krems ist das recht. Sie möchte den Bereich rund um die Landesgalerie einer hochwertigen Nutzung zuführen. Von einem Veranstaltungszentrum sprach etwa Baustadtrat Günter Herz. Es wäre ein Projekt, das der Stadt gut anstünde. Schließlich sind die baufälligen Österreichhallen längst kein Hingucker mehr. Die Lärmbelastung für die Anrainer verhindert zudem schon seit 2015 die Austragung der jahrelang gut besuchten Clubbings.

Ein Veranstaltungszentrum auf seiner Firmenfläche? Jens Dekarsky, Geschäftsführer der Dachdeckerei Hintenberger, ist skeptisch: „Ich glaube nicht an ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.“ Er könne sich vielmehr eine „gemischte Struktur“ mit Wohnungen, Lokalen, Geschäften und auch einem Hotel vorstellen. Aktuell gebe es einen Investor, der das Grundstück kaufen möchte. „Er hat auch schon Gespräche mit der Stadt geführt“, verrät Dekarsky.

Verkauf wohl gebunden an Ersatz-Grundstück

Ein Schnäppchen würde das Hintenberger-Gelände jedenfalls nicht werden. Der Quadratmeterpreis liege bei über 700 Euro, sagt Dekarsky. 4.341 Quadratmeter ist das Grundstück groß. Verkaufen wolle er aber nur, wenn es einen akzeptablen Ersatz-Firmensitz gibt. „Die Optimalvariante wäre ein Grundstück in Krems.“ Das Traditionsunternehmen, das rund 50 Mitarbeiter beschäftigt und rund 5,5 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaftet, wollte schon vor Jahren bauliche Veränderungen am Firmensitz durchführen. „Uns ist bewusst, dass der Standort nicht mehr zeitgemäß ist. Mittlerweile sei seit zwölf Jahren eine Bausperre aufrecht. „Ich erwarte mir, dass jemand von der Stadt zu Gesprächen an uns herantritt“, hält Dekarsky rasche Fortschritte am Runden Tisch für möglich.

Gleich von mehreren „Interessenten“ für ihr Grundstück sprechen die Casinos Austria, die bis 2016 planten, ein „Casino Wachau“ zu errichten. Bis heute sei keine „endgültige Entscheidung“ zu dem Projekt gefallen, heißt es auf eine NÖN-Anfrage hin. Die Chance, dass eine Spielbank nach Stein kommt, ist mittlerweile allerdings marginal. Das Finanzministerium hat aktuell keine Casinolizenzen ausgeschrieben und hat dies „auch künftig nicht vor“, teilt Pressesprecher Johannes Pasquali mit.