Türöffnung: Auto blockierte Feuerwehrzufahrt. Die Feuerwehr Krems hat immer wieder Probleme mit achtlos abgestellten Fahrzeugen, so wie auch am Dienstag, 19. Mai, bei einer Türöffnung in Weinzierl. Eine ältere Frau musste über einen Spielplatz mit der Drehleiter geborgen werden.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 22. Mai 2020 (14:08)

Türöffnungen sind bei der Feuerwehr Krems eine der häufigsten Einsatzursachen. Am Dienstag, 19. Mai, gegen 15.30 Uhr, war es wieder einmal so weit. In einem Wohnhaus in Weinzierl hatte eine ältere Dame, die im siebten Stockwerk lebt, längere Zeit nicht auf ständiges Klopfen und Läuten von Angehörigen reagiert. Weil vermutlich innen ein Schlüssel steckte, konnte die Eingangstür von außen nicht aufgesperrt werden. Hochwertige Sicherheitsbeschläge und Mehrfachverriegelungen erschwerten ein Eindringen weiter, weswegen die Feuerwehr mit der Drehleiter anrückte, um die Frau über ein Fenster zu bergen.

Hindernisparcours für die Feuerwehr

Einen geeigneten Aufstellplatz für das hohe Fahrzeug zu finden, entpuppte sich in dem engen Wohnkomplex allerdings als Herausforderung. Die Wohnung ist nur über den Innenhof erreichbar, weil die Durchfahrt aber zu niedrig ist, musste eine Alternative gefunden werden. Über eine benachbarte Durchfahrt gelang es schließlich, das Feuerwehrauto an den Ort des Geschehens zu bringen und die Drehleiter auf einem Spielplatz auszufahren. Nicht allerdings, ohne zuvor etliche Hindernisse beseitigen zu müssen. 

"Bewusstsein überhaupt nicht gegeben"

Unter anderem parkte ein Auto im für Einsatzkräfte und Müllfahrzeuge reservierten Bereich. Ein Problem, mit dem die Feuerwehr in Krems sehr oft zu kämpfen hat, wie Kommandant Gerhard Urschler erzählt: "Das Bewusstsein in der Bevölkerung ist dafür überhaupt nicht gegeben. Wenn wir die Leute darauf anreden, hören wir oft, dass sie es eh hören, wenn die Feuerwehr kommt. Wir sind aber nicht ständig mit Folgetonhorn unterwegs." Dass den betreffenden Fahrzeugbesitzern durch ihr achtloses Verhalten sogar selbst Schaden drohen könnte, ist ihnen oft nicht bewusst. Schließlich ist die Feuerwehr bei Notfällen gezwungen, Hindernisse unter Ergreifung brachialer Gewalt zu beseitigen.

Aufklärungsarbeit in Online-Berichten

Beim jüngsten Einsatz in Weinzierl kam es nicht dazu. Der Fahrzeuglenker machte den Weg frei. Die Hausverwaltung sei aber darauf aufmerksam gemacht worden, die Situation zu verbessern, sagt Urschler. Auch sonst versuche man mit Aufklärungsarbeit, zum Beispiel in den Online-Einsatzberichten, mehr Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen.

Frau dehydriert aufgefunden

Die dehydrierte Frau konnte schließlich aus ihrer Wohnung in Weinzierl befreit werden, nachdem sich die Feuerwehr durch das Einschlagen einer Fensterscheibe Zutritt verschafft hatte. Das Rote Kreuz übernahm die Erstversorgung und brachte die Dame, die vermutlich gestürzt ist, ins Universitätsklinikum Krems. Die Feuerwehr sorgte für eine provisorische Verschließung des zerstörten Fensters.