Krems

Erstellt am 13. Juni 2018, 05:55

von NÖN Redaktion

Entdeckung: „Judensau“ im Stuck des Fellnerhofes. Besonderes „Fabelwesen“ ist mitten in der Stadt Krems zu finden.

Fällt kaum jemandem im Vorbeigehen auf: Die Abbildung der „Judensau“ im Eingangsbereich des Fellnerhofs in Krems.  |  Robert Streibel

Mitten in der Stadt lebt eine „Judensau“, manchmal bestaunt oder bloß als Fabelwesen bezeichnet. Sie ist im Fellnerhof zu finden.

Das Gebäude hat sich der Bürgermeister und Handelsmann Theobald Müllner vom Italiener Johann Baptist Spazio errichten lassen. Neben dem prachtvollen Arkadenhof gibt es auch einen Saal und einen Stiegenaufgang mit Stuckaturen, wo Fabelwesen zu sehen sind.

Bei genauer Betrachtung sind hier jüdische Fratzen zu erkennen, bei genauerem Hinsehen auch ein Tier, das als „Judensau“ identifiziert werden kann.

„Seit Jahrhunderten leben wir mit diesen Fabelfiguren, und nirgends findet sich ein Hinweis. Wenige Jahre nach dem Bau des Palastes wurden die Juden im Pogrom 1670 aus der Stadt verbannt“, erläutert der Historiker Robert Streibel, der die Geschichte der Juden von Krems wieder sichtbar machen möchte.

Ein Konzept dazu hat Streibel dem Bürgermeister und dem Kulturamt vorgelegt. Auch eine Info-Tafel über das Fabelwesen sollte es geben. Ein guter Ort, um an die Pogrome des Mittelalters zu erinnern …