Paudorfer bekam Strafzettel nach 40 Jahren

Erstellt am 04. August 2022 | 04:27
Lesezeit: 2 Min
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Seit rund 40 Jahren parkt Herbert Deuschl seinen Jeep ohne Kennzeichen vor dem Haus, jetzt wurde er dafür gestraft.
Foto: Chris Leneis
Gleich drei Strafen bekam Paudorfer in einer Woche, obwohl er seit Jahren sein Auto ohne Kennzeichen vor dem Haus parkt.

Als Herbert Deuschl vergangene Woche eine Strafverfügung für seinen Jeep mit Wechselkennzeichen bekommt, versteht er die Welt nicht mehr: „Seit 1983 parke ich mein Auto ohne Kennzeichen auf meinem Grund vor dem Haus.“ Jetzt wurde er dafür gestraft. „Für mich ist das skurril, mein Auto steht ja ganz offensichtlich auf meinem Privatgrund.“

Nur wenige Tage später kommt eine Lenkererhebung für den beim Auto abgestellten Anhänger – ohne Kennzeichen und ohne Pickerl –, einen Tag später eine weitere: „Der Anhänger gehört meinem Bruder. Mittlerweile ist die Familie deshalb zerstritten. Wir stehen seit 40 Jahren so“, beschwert sich Deuschl.

„Die Polizei ist so oft vorbeigefahren, nie wurde etwas beanstandet oder auch nur darauf hingewiesen, dass das nicht rechtens ist.“ Deuschl plant Anfang August zu verreisen: „Ich fürchte jetzt, dass ich aufgrund der ausständigen Strafen meinen Urlaub verschieben muss“, so der Mindestpensionist.

Bei der Bezirkshauptmannschaft Krems war Deuschl in der Sache mehrmals vorstellig. Bezirkshauptmann-Stellvertreterin Christa Hammer: „Grundsätzlich steht das Auto ohne Kennzeichen auf einer Straße mit öffentlichem Verkehr – auch wenn es sein Privatgrund ist. Er hat einerseits die Möglichkeit Rechtsmittel einzulegen. Die eleganteste Lösung wäre aber, einen Antrag auf Abstellen von Kraftfahrzeugen ohne Kennzeichen zu stellen, eine einfache Ausnahmegenehmigung.“

Das gelte zwar auch für den Anhänger, allerdings braucht dieser vorher Kennzeichen und Pickerl. Deuschl beruft sich in diesem Fall auf ein angebrachtes 25-km/h-Schild. Hammer dazu: „Diese Regelung gilt nur für landwirtschaftlich genutzte Anhänger, das ist hier aber nicht der Fall.“

Auch die Reise müsse er nicht verschieben, sondern sich bei der Post ortsabwesend melden. Die Bezirkshauptmannschaft berate ihn gerne.