Proteste wegen Schotter-Abbau in Kamp reißen nicht ab. Kämpferisch zeigt sich die Bürgerinitiative „Lebensqualität Grafenegg“, die nicht an einen lärmfreien Abbau von Schotter bei Kamp (Katastralgemeinde von Grafenegg) glauben will und mobil macht.

Von Christian Leneis. Erstellt am 25. April 2019 (06:14)
Leneis
„Nein zur Schottergrube“ und „Wir wollen gesund leben“ sind klare Ansagen der Bürgerinitiative „Lebensqualität Grafenegg“, die eine Schottergrube verhindern will. Foto: Leneis

Die geplante Schottergrube südlich von Kamp sorgt weiterhin für Proteste in der kleinen Katastralgemeinde der Marktgemeinde Grafenegg. Und dabei geht es hauptsächlich um die zu erwartende Lärmbelästigung, mit der die Kamper Bevölkerung konfrontiert sein wird. Die Bürgerinitiative „Lebensqualität Grafenegg“ sieht sich in ihrer Sorge betreffend des Sinkens der Lebensqualität im Ort Kamp bestätigt.

Lärm, Einschränkung der Aussicht, Staub ...

Konkret geht es um die Abdeckung des Mutterbodens, die jedes Jahr mit Baggern erfolgen muss und nicht – wie angekündigt – mit dem elektrisch betriebenen Eimerschaufelbagger. Dabei wird der Humus bis zu einem halben Meter abgebaggert und mit Lkws abtransportiert. Ein weiterer Meter Zwischenboden muss ebenfalls abgetragen und abtransportiert werden. Erst dann kann es an die Schottergewinnung gehen.

Sorge macht den Anrainern auch der elektrisch betriebene Eimerschaufelbagger, der nach Befürchtungen der Anrainer nicht gänzlich lärmfrei sein könne: Gerade die Förderbänder (die Rollen und die Umlenkungen) verursachen Lärmemissionen.

Der bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwall wird zudem die Aussicht in Kamp massiv einschränken. Und nicht zu vergessen: die Staubbelastung durch das Zu- und Abfahren der Lastkraftwagen. Das Ziel der Bürgerbewegung ist es, die geplante Schottergrube zu verhindern, oder – sollte das nicht möglich sein – zumindest die Betriebszeiten einzuschränken: Statt Montag bis Samstag von 6 bis 22 Uhr auf maximal 6 bis 17 Uhr, an Samstagen nur bis 14 Uhr.

„Wir arbeiten schon 30 Jahre so!“Bernd Wanivenhaus von der Firma Rohrdorfer

Bernd Wanivenhaus von der Firma Rohrdorfer, die hier künftig Schotter gewinnen will, versteht die Aufregung nicht. „Wir arbeiten schon 30 Jahre so!“, erklärt er. Das jährliche Abtragen des Mutterbodens geschehe (etwa in den anderen Werken bei Grafenwörth oder in Wiener Neustadt) immer im Winter.

Die Lärmbelästigung sei hier vernachlässigbar, weil Anrainer in der kalten Jahreszeit ihre Fenster in der Regel nur zum Lüften öffnen. Die Bedenken eventueller Staubbelastung lässt Wanivenhaus auch nicht gelten: „Es ist uns vorgeschrieben, täglich Wasser aufzuspritzen.“

Am Freitag, 26. April, veranstaltet die Bürgerinitiative um 19 Uhr eine Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus Kamp, bei der informiert werden soll.