Langenlois

Erstellt am 13. Juli 2018, 05:02

von Gertrude Schopf

Kulturfreundlich das ganze Jahr über. Eines der Highlights im Langenloiser Kultursommer sind die Schlossfestspiele auf der Openair-Bühne in Haindorf.

Als „Kulturhauptstadt“ des Bezirkes hat sich Lan genlois mittlerweile einen Namen gemacht, wurde als „kulturfreundlichste“ Gemeinde ausgezeichnet. Das vielfältige Angebot an kulturellen Events, von sommerlichen Großveranstaltungen über Loisiarte, Höfe- und Herbst-Kultur bis zu zahlreichen Einzelveranstaltungen, zieht Besucher nicht nur aus der Umgebung in die Kamptalstadt.

Was macht Langenlois in kultureller Hinsicht anders und besser als andere Städte?

„2010 war für die Kultur noch der Kulturausschuss zuständig“, erinnert sich Bürgermeister Harald Leopold an die Entwicklung des Kultur-Leitbildes, in dessen Folge ein Kulturmanagement und -büro eingerichtet wurden und so die Kultur-Organisation professionalisiert wurde. „Robert Stadler ist es gelungen, ein Ganzjahresprogramm für Touristen und Einheimische zu erarbeiten“, sieht er den Erfolg der Veranstaltungen als Werbung für Langenlois: „Kultur und Tourismus befruchten einander gegenseitig.“

Wetter-Risiko bei Openair-Vorstellungen

Für das Bestehen der Schlossfestspiele sieht er ein „zweites Standbein“ wie die Galakonzerte unabdingbar. Ein weiteres Problem: „Openair-Veranstaltungen sind wetterbedingt immer ein Risiko“, ist für Leopold das Thema Überdachung des Tribünenbereichs im Schlosspark (nach Diskussionen in der Vergangenheit) nicht ganz ad acta gelegt. „Kufstein hat es auf der Josefsburg vorgemacht“,

seien da natürlich der Kostenfaktor, die Rentabilität und dann auch noch der Denkmalschutz zu bedenken.

„Die große Bandbreite des Langenloiser Kulturlebens berücksichtigt viele Interessen und Geschmäcker und macht den Erfolg aus“, ist sich Kulturstadträtin Brigitte Reiter sicher. Und sie weiß: „Die Kulturschaffenden kommen gerne zu uns, sie lieben das Flair des Ortes und der Auftrittsorte wie etwa der Winzerhöfe.“ Auch das kulturelle Engagement vieler Privatpersonen beispielsweise in kleinen Galerien in den Katastralgemeinden seien Zeugnis für ein funktionierendes Kulturleben.

Musikalische Qualität garantiert

Eines der Highlights jeden Sommer – nun bereits seit dem Jahr 1996 – sind zweifelsohne die Schlossfestspiele. Die Operettenaufführungen auf der Bühne des Schlosses Haindorf haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Mit viel Einsatz und personellem Engagement wurde beispielsweise das Katastrophen-Hochwasserjahr 2002 gemeistert. Die Stadtgemeinde steht jedenfalls hinter dem Projekt Schlossfestspiele, das Land Niederösterreich gewährt einen Drei-Jahres-Fördervertrag, der bislang immer verlängert wurde.

Heuer steht „Der Vogelhändler“ von Carl Zeller auf dem Programm – eine Operette, die seit der Premiere vor 116 Jahren unter den Top Ten der Operetten-Hitparade rangiert.

Musikalische Qualität garantiert Intendant Andreas Stoehr, der das Wiener Kammer-Orchester dirigiert. Er verspricht für heuer eine „pfiffige, originelle, bunte“ Inszenierung, wirbt für die „einzigartige, intime Atmosphäre“ in Langenlois und im Winzerdorf. „Wir müssen noch mehr Freunde für diesen Standort gewinnen“, so der Intendant.

Der Vogelhändler unter Scheidl-Regie

Auf der Bühne beim „Vogelhändler“: ein Mix aus bewährten Langenlois-erprobten Sängern und „frischem Blut“: Theresa Dittmar schlüpft in die Rolle der Christel von der Post. Nach großen Erfolgen in Wien, Zürich oder Mörbisch tritt die junge Sopranistin heuer das erste Mal auf der Schlossbühne in Haindorf auf.

Ihr zur Seite: Oliver Ringelhahn als Vogelhändler Adam. Er kann bereits Auftritte bei den Salzburger Festspielen, im Theater an der Wien, in der Semperoper Dresden und vielen anderen großen Häusern vorweisen. Aus den Vereinigten Staaten kommt Jennifer Davison mit ihrer „warmen, strahlenden Stimme“ nach Langenlois. Sie stellt ihr Können als Kurfürstin unter Beweis. Die beiden Letzteren sind für Festspielbesucher keine Unbekannten: Sie sind aus der Produktion „Wiener Blut“ (2013) noch bestens in Erinnerung.

Regie führt, wie im Vorjahr, Michael Scheidl. „Wir holen die Operette in die Gegenwart“, verspricht er, dass es „sicher viel zu lachen geben wird“. Premiere ist am Donnerstag, 19. Juli, Beginn 20.30 Uhr. Weitere Vorstellungen am 20., 21., 27. (ausverkauft) und 28. Juli und am 3. und 4. August, jeweils um 20.30 Uhr. Am Sonntag, 29. Juli, steht eine Vorstellung um 17.30 Uhr auf dem Programm.

Karten: office@schlossfestspiele.at, im Kulturbüro unter 02734/3450 und auch auf oeticket.

Infos: www.schlossfestspiele.at

Dazu gibt es heuer auch wieder zwei große Operetten-Abende, die „Sommernacht der Operette“ am 26. und am 30. Juli.