Nach drei Jahren: Neue Chefin für Justizanstalt Krems. Stelle war drei Jahre unbesetzt. Seada Killinger (41) ist neue Leiterin der Justizanstalt Krems. Sie bringt umfangreiche und vielfältige Erfahrung mit.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 23. Juni 2021 (05:37)
Nette Geste der Personalvertretung: Die neue Chefin der Justizanstalt Krems, Seada Killinger (Mitte), wurde von Peter Falkner, Andreas Bauer, Herbert Ettenauer und Sandra Schill (von links) mit Blumen willkommen geheißen.
 
Martin Kalchhauser

Drei Jahre lang war der Chefsessel in der Justizanstalt Krems verwaist. Jetzt wurde die Position wieder besetzt: Seada Killinger (41), die schon 21 Jahre Erfahrung im Justizdienst mitbringt.

Die Frau, der seitens der Personalvertretung „Professionalität und hohe Sozialkompetenz“ attestiert wird, kennt den Dienst von der Pike auf. Schon während ihres Human- und Sozialwissenschafts-Studium (Abschluss mit dem Titel Magistra) war sie bei der Justiz tätig.

Killinger: "Bin gewachsene Anstaltsleiterin"

„Ich habe alle Bereiche durchgemacht und sehe mich als gewachsene Anstaltsleiterin“ erklärt die Frau, die im Rang eines Obersts steht. Nach Stationen in der Josefstadt und im Ministerium war sie zuletzt acht Jahre in Korneuburg stellvertretende Leiterin des Hauses und für den Vollzug verantwortlich. Als Stellvertreter steht ihr Interims-Chef Roman Pachschwöll zur Seite.

In Krems ist die verheiratete Mutter von zwei Kindern (6 und 8 Jahre alt) sowohl Anstalt- als auch Vollzugsleiterin in Personalunion. Ausgleich findet dieWienerin bei Triathlon-Sportarten und beim Lesen.

Die Situation in der Anstalt in der Kasernstraße ist eine Herausforderung für Killinger, die sich „als Gestalterin, nicht als Verwalterin“ sieht. Im gerichtlichen Gefangenenhaus werden von der Polizei verhaftete Täter aus dem ganzen Sprengel Waldviertel und die Frauen aus dem Bezirk St. Pölten in Untersuchungshaft genommen.

Vielfalt der Gefangenen ist Herausforderung

Zudem sitzen aber auch einige Häftlinge hier Freiheitsstrafen ab. 80 Bedienstete (davon 61 in der Justiz, der Rest in Verwaltung und Fachdiensten) sind der neuen Chefin zugeordnet. Eine Vielzahl an Nationalitäten und Kulturen sowie der steigende Anteil an psychisch auffälligen Menschen in Haft sind eine Herausforderung.

„Es gilt, die erfahrenen, guten Mitarbeiter und die Personalressourcen bei der Re-Integration der Gefangenen optimal einzusetzen.“ Ziel sei, den Betreuten einen strukturierten Tagesablauf und sinnvolle Beschäftigung zu bieten. Dem Vorleben der Gefangenen angepasst seien auch niederschwellige Ausbildungsangebote wichtig. „Bei all dem möchte ich die Erfahrungen der Mitarbeiter mit meinen verbinden.“