Gföhl: 630 PS in zarten Händen. Junges Gföhler Geschwister-Duo Rebecca und Ismael Hollerer ist Spezialist für Lkw-Transporte.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 09. September 2021 (06:28)
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Kamen nur wenige Stunden vor dem Fototermin mit der NÖN von ihrer Lkw-Tour aus Amsterdam zurück: Rebecca undIsmael Hollerer (v. r.).
GM

Egal, ob von Gföhl nach Linz, Finnland oder Spanien – den Geschwistern Rebecca und Ismael Hollerer ist keine Strecke zu weit. Der 20-Jährigen und ihrem 24 Jahre alten Bruder wurde die Leidenschaft fürs Lkw-Fahren bereits in die Wiege gelegt: Vater Ernest Hollerer war mit Gattin Sylvia und dem damals sieben Wochen jungen Ismael bereits kurz nach der Hochzeit auf Lkw-Tour, die oft auch hinter den ehemaligen „Eisernen Vorhang“ nach Osteuropa und Russland führte. Die Geschwister waren weiters bei mehreren Fahrten der Eltern von Gföhl nach Moskau und auch sogar nach Wladiwostok an der russischen Pazifikküste mit dabei.

Ismael und Rebecca absolvierten den Lkw-Führerschein jeweils mit 18 und sitzen seitdem hinter dem Lkw-Lenkrad. Rebecca zählte damit zu den jüngsten Lastwagenfahrerinnen Österreichs. „Den Lkw-Führerschein habe ich eigentlich nur der Vollständigkeit halber gemacht, um nicht die einzige in der Familie zu sein, die keinen hat. Das Fahren hat aber sofort Spaß gemacht!“, so die begeisterte Brummi-Lenkerin.

Ob es schwer ist, sich als junge Frau in dieser Männer-Domäne durchzusetzen? „Behaupten brauchte ich mich eher weniger – die meisten Kollegen waren immer ausgesprochen hilfsbereit. Jenen, die Zweifel gegenüber mir hatten, habe ich mein Können bewiesen: Durch die härteren Winter im Waldviertel bringt man ja doch besondere Kenntnisse und Fähigkeiten beim Fahren mit!“

Auch Ismael war bereits kurz nach seinem 18. Geburtstag „auf Achse“. Welche seiner bisherigen Transporte ihm besonders in Erinnerung geblieben sind? „Bei meinem ersten Arbeitgeber fuhr ich mit Sonder- und Schwertransporten durch ganz Europa. Herausfordernd waren dabei nicht nur die Maße von bis zu 4,8 Meter Breite und Tonnagen von über 100 Tonnen, sondern auch der Kampf gegen die Müdigkeit, da man größtenteils in der Nacht unterwegs war.“ In Erinnerung blieb ihm auch seine erste Ferntour, die gleich nach Skandinavien führte. „Viel Umsicht erfordern aber auch die regionalen Milchtransporte, die im Waldviertler Winter bei schlecht geräumten Straßen ‚sehr interessant‘ sein können.“

Alle in der Familie sind „Diesel- infiziert“

Was Mama und Papa zur Lkw-Leidenschaft ihrer beiden Kinder sagen? „Wir kommen aus einer sehr ‚Diesel-infizierten‘ Familie – sowohl Mama und Papa sind sehr stolz und unterstützen uns, wo sie nur können!“, so das Geschwister-paar unisono.

200.000 Kilometer im Jahr unterwegs

Die beiden Lkw-Profis haben im Sommer 2021 ihr eigenes Transport-Unternehmen als Sparte der HolTechnology GmbH gegründet und führen aktuell hauptsächlich temperaturgeführte Kühltransporte für die österreichische Lebensmittelindustrie durch. Mit ihrer neuen Mercedes-Sattelzugmaschine mit 630 PS sind die beiden sieben Tage die Woche unterwegs und werden dabei rund 200.000 Kilometer im Jahr zurücklegen, was rund fünf Erdumrundungen entspricht.

Was sich Rebecca und Ismael Hollerer für die Zukunft wünschen? „Visionen gibt es einige – was die Zukunft betrifft, sind wir sehr offen!“