Nach verbotener Autowende auf B37 in Krems vor Gericht. Um Zeit zu sparen, führte Wiener auf B 37 Wendemanöver durch: Kollision!

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 06. August 2020 (05:18)
Nach dem Verkehrsunfall auf der B 37 bei der Ausfahrt der Tankstelle wurden in der Straßenmitte Maßnahmen - Abgrenzungen - gesetzt, um weitere verbotene Fahrmanöver zu verhindern.  Foto: Jutta Hahslinger
Jutta Hahslinger

„Das war ein Blödsinn von mir“, gab ein 75-jähriger Wiener vor Gericht zu, am 13. August vergangenen Jahres von der Tankstelle auf die Bundesstraße B37 aufgefahren zu sein und dann widerrechtlich eine Sperrfläche überfahren zu haben.

„Aber ich habe geschaut und die kommenden Fahrzeuge aus beiden Fahrtrichtungen waren noch weit weg“, beteuerte der Pensionist und konnte sich sichtlich bis heute nicht erklären, warum es dann doch gekracht hat.

„Hatte es eilig, meine Frau hatte einen Arzttermin“

„Nicht weit genug entfernt, wie die Kollision zeigt“, kommentierte der Richter harsch, und er wollte von dem Beschuldigten den Grund des waghalsigen und verbotenen Fahrmanövers wissen.

„Ich hatte es eilig, meine Frau hatte einen Arzttermin“, erklärte der Wiener. Er zeigte sein Bedauern, dass er die Schuld an den Verletzungen mehrerer Personen trage. Darunter seine Ehefrau, die bei dem Unfall als Beifahrerin schwere Verletzungen (Oberschenkelhalsbruch, Fraktur der linken Augenhöhle sowie einen Nasenbeinbruch) erlitten hat.

„Das Abbiegemanöver kam völlig überraschend. Damit rechnet doch keiner, und der vor mir Fahrende hatte keine Chance, die Kollision zu verhindern. Das wäre mir genauso ergangen. Ich konnte gerade noch ausweichen“, schilderte eine Zeugin das Unfallgeschehen. Auch weitere Unfallbeteiligte erklärten einhellig: „Es ging so schnell. Die Kollision war nicht abwendbar.“

„Sie haben grob fahrlässig Körperverletzungen verschuldet, um Zeit zu sparen“, meinte der Richter zu dem Beschuldigten. Er verhängte über den bislang unbescholtenen Pensionisten eine dreimonatige Bewährungsstrafe und verdonnerte ihn zum Ersatz der anfallenden Kosten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.