Langenlois

Erstellt am 09. Januar 2019, 07:11

von Gertrude Schopf

Kamp-Biber als Wein-Liebhaber: Biss-Schäden in Zöbing. Die Bäume hat eine Biberfamilie in Zöbing schon umgenagt. Jetzt hat sie Weinstöcke als Nahrungsquelle entdeckt.

Eindeutig Biberspuren: Im Weingarten von Stefan Frei wurden einige Weinstöcke an- beziehungsweise durchgenagt. Der Winzer hat nun einen Elektrozaun aufgestellt, der bislang seinen Zweck erfüllt und den Biber von der Futtersuche im Weingarten abhält.  |  Gertrude Schopf

Einige Weingartenzeilen hat der Biber besucht und sich durch die Stämme der Weinstöcke durchgekostet. Großer Schaden, kein Erfolg: Die jungen Reben hat er nicht erreicht.  |  Gerti Schopf

Biber im Weingarten auf Knabber-Tour: Winzer Stefan Frei konnte es kaum glauben, als ihm Spaziergänger von ihrer Beobachtung erzählten.

Und tatsächlich: In seinem Weingarten beim sogenannten Biotop hinter der Festhalle, einem Kamp-Nebenarm (ursprünglich ein EVN-Werkskanal, der zum Teil zugeschüttet wurde), entdeckte er acht Weinstöcke, deren Stämme an- beziehungsweise durchgebissen waren. Eindeutig von einem Biber, der sich laut der Spuren aus dem Wasser über die Böschung in Richtung Weinstöcke aufgemacht und einige Muskateller-Reben durchprobiert hatte. Sein Problem: Die jungen Triebe erreichte er nicht, denn die Weinstöcke fielen, eingespannt in den Draht, nicht um ...

Durch Draht geschützte Apfelbäume „überlebten“

„Ich habe noch nie gehört, dass Biber auch auf Wein stehen“, erkundigte sich Frei beim Biber-Beauftragten der NÖ Landesregierung. Auch da gab man sich sehr überrascht, empfahl, die Weinstöcke mit Draht zu schützen (!), und gab dem Winzer dann noch den Tipp, nach Möglichkeit einen Elektrozaun aufzustellen.

Eindeutig Biberspuren: Im Weingarten von Stefan Frei wurden einige Weinstöcke an- beziehungsweise durchgenagt. Der Winzer hat nun einen Elek-trozaun aufgestellt, der bislang seinen Zweck erfüllt und den Biber von der Futtersuche im Weingarten abhält.  |  NOEN

Der kostet zwar etwa 500 Euro (Frei: „Den muss ich selbst bezahlen“), aber er scheint seinen Zweck zu erfüllen: Bislang hat Frei noch keine weiteren Fraßspuren entdeckt. Und auch im Nachbar-Weingarten (Sorte Grüne Veltliner) war der Biber (noch) nicht aktiv.

Aber er wird wohl weiter auf Futtersuche gehen: Die meisten Aubäume entlang des Gewässers sind ihm schon zum Opfer gefallen. Auch auf der öffentlichen Fläche neben Biotop und Weingärten stehen nur mehr zwei Apfelbäume, die allerdings nur überlebt haben, weil sie durch ein Drahtgeflecht geschützt sind. Bestehende Nuss- und Maroni-Bäume mag der Biber augenscheinlich aber nicht.

Übrigens: Abgeschossen dürfen Biber bei uns nicht werden, sie fallen nicht in die Kategorie „jagdbares Wild“. Einen Biber zu töten ist nur in Ausnahmefällen im Rahmen der NÖ Biber-Verordnung möglich.