Vorfreude auf Comeback in der Region Krems. Clubs und Diskotheken sperren mit 1. Juli auf. Die NÖN hat sich ein Stimmungsbild verschafft.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 23. Juni 2021 (05:14)

Unter all den Pressekonferenzen der Bundesregierung zur Corona-Situation im Land wird den Nachtgastronomen wohl vor allem jene am vergangenen Donnerstag in Erinnerung bleiben. „Es kann getanzt, gefeiert, geheiratet werden“, verkündete Kanzler Sebastian Kurz die frohe Botschaft, auf die Beisln, Clubs und Diskotheken so lange gewartet haben.

Ab 1. Juli viele Lockerungen

Ab 1. Juli fällt nicht nur die Sperrstunde, sondern auch der Mindestabstand in der Gastronomie. Das bedeutet allerdings nicht sofort berstend volle Lokale. Bis 22. Juli ist eine Kapazitätsbeschränkung von 75 Prozent vorgeschrieben. Auch die Registrierungspflicht bleibt bis dahin. Gekoppelt sind die Öffnungsschritte an die 3G-Regel. Gäste müssen also entweder geimpft, getestet oder genesen sein.

Mehr Sicherheitspersonal, damit Wartezeit vor Clubs nicht zu lang wird

Diese Nachweise zu kontrollieren, bringt wohl nicht nur für Armin Oswald einen Mehraufwand mit sich. Der Betreiber von vier Lokalen in der Kremser Altstadt wird ab 1. Juli zusätzliches Sicherheitspersonal beschäftigen, damit sich die Wartezeiten trotz der zusätzlich noch anfallenden Ausweiskontrollen in Grenzen halten. Gerade im „Q-Stall“ am Hohen Markt rechnet der erfahrene Wirt in den ersten Tagen mit „regem Andrang“, Oswald empfiehlt aber grundsätzlich für Besuche in allen seinen Lokalen, vorab zu reservieren. Im Vollbetrieb beschäftigt der Nachgastronom inklusive DJs, Reinigungspersonal und Aushilfen 30 bis 35 Mitarbeiter. Der Großteil des Stammpersonals ist während der Corona-Krise an Bord geblieben, neue Leute werden trotzdem gesucht.

Diskotheken lassen Sommerpause sausen

Die Sommerpause sausen lässt anlässlich des Restarts der Nachtgastronomie die Disco Apollon in Großreinprechts (Gemeinde Lichtenau). Inhaber Helmut Preiser hat bereits die ersten Events in dem Traditionshaus ausgeschrieben. Ungebremste Vorfreude herrscht ob des nahenden Comebacks trotzdem nicht.

„Warum es bis 22. Juli die Registrierungspflicht und die Kapazitätsgrenze gibt, verstehe ich absolut nicht“, sagt Preiser. Die 3G-Regel lasse er sich „noch einreden“, die Registrierung werde aber Leute vom Discobesuch abhalten. „Hoffnung“ hegt Preiser nach der Absage 2020 in Bezug auf die „Wigwamparty“, die für 11. September auf der Freilichtbühne Gföhlerwald angesetzt ist. Bis zu 3.000 Leute sollen in der einzigartigen Location dank eines ausgeklügelten Sicherheitskonzepts feiern können.

Keinen einzigen Tag offen hatte seit Ausbruch der Corona-Pandemie die Eventstage Krems, was die Veranstaltungslocation zum am längsten geschlossenen Betrieb der Region macht. Die Zeit des Trübsalblasens ist nun aber auch für den Tanztempel im Gewerbepark vorbei. Auf die ansonsten übliche Sommerpause wird wie in Großreinprechts verzichtet. Noch im Juli sollen die Tore geöffnet werden, wie auf der Facebook-Seite der Eventstage zu lesen ist. Einen konkreten Starttermin will Geschäftsführer Josef Böhmer zeitnah bekannt geben.