FP-Gemeinderat Friedl kommt mit blauem Auge davon. Mauthausen-Komitee verzichtet nach umstrittener Rede auf Anzeige gegen Kremser Freiheitlichen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 16. April 2021 (04:21)
FPÖ-Mann Werner Friedl sorgte mit einer Gemeinderatsrede für Aufregung.
Martin Kalchhauser, Martin Kalchhauser

FPÖ-Gemeinderat Werner Friedl kommt nach seinen verharmlosenden Sagern über den NS-Kriegsverbrecher Alexander Löhr wohl mit einem blauen Auge davon. Das Mauthausen-Komitee, das die problematische Rede des 79-Jährigen während der Gemeinderatssitzung am 24. Februar geprüft hatte und zu dem Schluss gekommen war, dass Friedl womöglich einen Tatbestand des Verbotsgesetzes erfüllt hat, verzichtet auf eine Anzeige.

Der Freiheitliche war in der vergangenen Woche zurückgerudert, nachdem er sich zuvor noch „mies diffamiert“ gefühlt hatte. „Auch wenn von einem Missverständnis keine Rede sein kann – wir akzeptieren Herrn Friedls Entschuldigung. Ohne die engagierte Berichterstattung regionaler Medien hätte es diese Entschuldigung wahrscheinlich nie gegeben“, teilt Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees, mit.

Über Löhr gesprochen hatte Friedl im Zuge der Debatte über die Umbenennung der Maria-Grengg-Gasse in Stein, die letztlich durch Stimmen der SPÖ, KLS und der Liste ProKrems beschlossen wurde. Die Gasse bei Volksschule und Kindergarten ist nun nach der Reformpädagogin Margarete Schörl benannt.