19-Jähriger bedrohte Kremser Teenie mit Gaspistole. Aus nichtigem Anlass richtete Kremser einem 16-Jährigen den Lauf einer Waffe gegen die Schläfe und fragte: „Willst du eine Kugel?“

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 07. August 2020 (04:21)
Symbolbild
Maryna Pleshkun, Shutterstock.com

Am 12. Jänner dieses Jahres spielten sich in den Abendstunden im Stadtgraben turbulente Szenen ab: „Er ist mir vor das Auto gesprungen und hat mich zu einer Notbremsung gezwungen“, schilderte ein 19-jähriger Kremser vor Gericht, und er gab zu, dass er zur „Einschüchterung“ mit einer Gaspistole in der Hand ausgestiegen und auf den Springwütigen zugegangen sei.

„Sie waren zu fünft, wir nur drei. Und sie hatten alle eine Bierflasche in der Hand. Eine bedrohlich wirkende Szenerie“, begründete er die Bewaffnung. Ja, er habe die Waffe in der Hand gehalten, den Teenager aber nicht gegen die Wand gedrückt, gewürgt und dann die Waffe am Kopf angesetzt, beteuert der Angeklagte.

Er habe ihm die Pistole sehr wohl gegen die Schläfe gerichtet und gedroht: „Willst du eine Kugel?“, schilderte das 16-jährige Opfer und verneinte, versucht zu haben, eine Bierdose auf den Wagen zu werfen. Er sei auch nicht vor das Auto gesprungen, beteuerte der Jugendliche und erklärte: „Ich hatte vorher mit ihm keine Probleme, und ich habe ihn auch nicht beleidigt, wie einer seiner Zeugen sagt.“

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren mit auseinandergehenden Zeugenaussagen fällte die Richterin einen Schuldspruch wegen gefährlicher Drohung: Sie verhängt über den bislang unbescholtenen Kremser eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Weiters erteilte sie dem 19-Jährigen die Weisung, dass er ein Antiaggressionstraining absolvieren muss. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.