„Ballett“ in der Backstube: Platznot in Dürnstein. Einen Hilferuf haben die 67 Mitarbeiter der Bäckerei Schmidl an die Politik gerichtet. Barbara Schmidl will erweitern und mit ihrem Betrieb in der Gemeinde bleiben.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 23. Oktober 2019 (05:47)
Gregor Semrad
Barbara Schmidl (Zweite von rechts) mit einigen Mitarbeitern sowie Stadträtin Sabine Schwarz, Bundesrätin Doris Berger-Grabner, Heinz Kernstock (ÖAAB) und Bürgermeister Johann Riesenhuber in der Backstube. Foto: Gerti Schopf

Auf der Suche nach einem neuen Standort für ihre Bäckerei ist Barbara Schmidl bislang noch zu keiner Lösung gekommen. „Wir haben uns im Gemeindegebiet umgeschaut, etwa sieben mögliche Standorte unter die Lupe genommen, zwei stehen jetzt noch zur Wahl“, informiert Bürgermeister Johann Riesenhuber, dass es da Kritik und Widerstand gäbe. Denn erstens sei die Verfügbarkeit – ob die Grundstücke überhaupt verkauft werden – nicht immer gegeben, und dann müssten natürlich Weingärten umgewidmet werden.

„Arbeit in der Backstube erinnert an ein einstudiertes Ballett ...“

„Wir brauchen dringend mehr Platz“, ist Barbara Schmidl mit ihrem Traditionsbetrieb im Ort buchstäblich an die (Fels-)Grenzen gestoßen. Da geht es nicht mehr weiter, die Verhältnisse in der Bäckerei seien äußerst beengt. Einer der drei großen Backöfen beispielsweise ist vergangene Woche „eingegangen“, wie ein neuer montiert werden soll, ist noch nicht klar – die Raumhöhen sind zu niedrig, Einfahrt und Türen zu schmal.

Nun haben die 67 Mitarbeiter einen offenen Brief an die Politik gerichtet und um Hilfe gebeten. „Die Arbeit der Bäcker in der Backstube erinnert an ein einstudiertes Ballett ...“, bestätigen sie die Platznot. Viele von ihnen hätten „mit der Chefin die wirtschaftlich schlechte Zeit durchgetaucht“, sie würden es „sehr bedauern, wenn die Firma auseinandergerissen wird oder gar aus der Wachau verschwindet.“

Bürgermeister Riesenhuber und ÖAAB-Vertreter stehen hinter der Unternehmerin und versuchen, den Betrieb in der Gemeinde zu erhalten, aus „ideellen wie auch finanziellen Gründen“, merkt Riesenhuber an.