Kremser Kardiologie: Ärzte kämpfen mit Petition. Mittelbau der Internen rebelliert. Statt Abzug der Kardiologie braucht Krems zweiten Interventionstisch.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 07. Mai 2019 (06:16)
NÖN-Archiv (Neunteufl) bzw. Shutterstock//MAD.vertise
Mehr als zehn Wochen Wartezeit auf einen Eingriff am Herzen müssen Patienten in Kauf nehmen. „Viele von ihnen erleben ihre Behandlung gar nicht mehr“, meint Personalvertreter Josef Sattler. Primarius Thomas Neunteufl (kleines Bild) darf sich zum Thema gegenüber der NÖN nicht äußern.

„Der Patientenandrang ist so groß, dass die Abteilung für Kardiologie einen zweiten Interventionstisch braucht!“ So sieht ein Facharzt, der das offiziell natürlich nicht sagen darf, die Lage in der interventionellen Kardiologie (Kardiologie mit Behandlungen wie Angiografien usw., Anm.), die bekanntlich nach Zwettl abwandern soll.

Im Zentralraum (Krems – St. Pölten) soll es den Plänen der Strukturreform zufolge künftig nur mehr eine Kardiologie geben. Die Standortwahl wird auf St. Pölten fallen. Krems ginge leer aus.

Ähnlich wie sein Arztkollege sieht es auch der oberste Personalvertreter im Haus, Josef Sattler: „Wir platzen aus allen Nähten. Es gibt Wartezeiten von elf, zwölf Wochen für eine Herzkatheteruntersuchung. So dramatisch es klingt, ist es auch: Es gibt Patienten, die erleben ihre Untersuchung nicht mehr, weil sie vorher sterben.“

Ärzte machen nun mit einer Petition mobil

Nach dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, sich gegen die Abwanderung der Station zu stellen (die NÖN berichtete), hat nun der Mittelbau der Ärzteschaft der Internen Abteilung eine Petition gestartet. „Die Kardiologie am Klinikum Krems ist eine seit Jahrzehnten gewachsene Abteilung, die sich durch höchstmögliche Kompetenz der Mitarbeiter in sämtlichen Bereichen auszeichnet“, zeigen sich die Verantwortlichen besorgt.

„Der Standort Krems ist für die regionale und überregionale Versorgung kardiologischer und internistischer Patienten von zentraler Bedeutung, vor allem auch die Versorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt, überwachungs- oder intensivpflichtigen Erkrankungen“, heißt es im Aufruf zur Unterzeichnung. „Die Schließung oder Verlegung kann nur zu einer Reduktion der Versorgungsqualität führen, da bereits aktuell die Kapazitäten von Krems und St. Pölten mehr als ausgeschöpft sind. Eine Halbierung der kardiologischen Betten im Zentralraum erscheint für uns daher undenkbar.“

Die NÖN fragte auch beim Leiter der Abteilung, Primarius Thomas Neunteufl, an. Der darf dazu jedoch nichts sagen und verwies an die Pressestelle der Landesklinikenholding.