Gföhl

Erstellt am 09. Januar 2019, 05:25

von Martin Kalchhauser

Gföhl: Rasche Hilfe rettete 83-jährige Frau. Ersthelfer beherzt am Werk. Beifahrerin aus Unfallauto geholt und erfolgreich reanimiert.

Von der Landesstraße 7041 kam ein Lenker (85) ab, sein Auto blieb auf der Beifahrerseite liegen. Die Helfer retteten die mitfahrende Gattin (83). Sie wurde mit dem Notarzthubschrauber weggeflogen.  |  Manfred Wimmer

Dass sie nach einem Verkehrsunfall ins Leben zurückgeholt werden konnte, verdankt eine Pensionistin (83) aus Reich au dem beherzten Eingreifen eines Ersthelfers, der gemeinsam mit einem zweiten die perfekt funktionierende Rettungskette in Gang setzte.

Freuen sich über erfolgreiche Lebensrettung in Gföhl: Die Rotkreuz-Sanitäter Franz Ritzmaier und Helga Simlinger, die Ersthelfer Christian Fuchs aus Gföhl und Reinhard Ettenauer aus Seeb sowie First Responder Gerald Rainer (von links). Nicht im Bild: First Responder Christoph Hauer, der ebenfalls mithalf. Foto: Martin Kalchhauser  |  Martin Kalchhauser

Mit seinem Kleinwagen kam am Vormittag des 3. Jänner ein 85-jähriger Lenker von der Fahrbahn der L 7041 ab. Das Auto stürzte auf die rechte Seite, wo die Gattin (83) des Mannes saß.

„Der Unfall ist unmittelbar vor meinen Augen passiert“, schildert Christian Fuchs (36) aus Gföhl, der sofort anhielt. Als er sah, dass er die Insassen nicht nach oben (durch die Fahrertür) ins Freie holen konnte, kletterte er durch die Heckklappe des Autos zur reglosen Frau, schnitt sie aus dem Gurt und zog sie ins Freie. Ein zweiter Lenker, der angehalten hatte, Reinhard Ettenauer (53) aus Seeb, schlug telefonisch Alarm.

Unterstützung durch zwei „First Responder“

Kurz nachdem die Laien mit der Wiederbelebung der Frau begonnen hatten, stieß der „First Responder“ (professioneller Ersthelfer, Anm.) des Roten Kreuzes, Gerald Rainer, dazu und setzte mit seinem nachkommenden Kollegen Christoph Hauer die letztlich erfolgreiche Reanimation fort.

Kurz darauf trafen Feuerwehr und Rotes Kreuz Gföhl – die Sanitäter Franz Ritzmaier und Helga Simlinger – ein. Wenig später wurde das Unfallopfer an die Crew des Notarzthubschraubers Christophorus 2 übergeben und ins Kremser Klinikum geflogen. Laut Auskunft der behandelnden Ärzte war der Gesundheitszustand der Frau zu Redaktionsschluss stabil.

„Erfolgreiche Reanimationen sind sehr selten“, freut sich Rotkreuz-Ortsstellenleiter Daniel Simlinger über die erfolgreiche Aktion der Ersthelfer und seines Teams. Vor allem das entschiedene Eingreifen des zuerst an der Unfallstelle eintreffenden Helfers Christian Fuchs verdiene Beachtung: „Bei einem solchen Notfall sind einfach die ersten Minuten entscheidend.“

Für Fuchs („Es ist schließlich eine bürgerliche Pflicht, einem Verunglückten zu helfen!“) und Ettenauer ist ihr entschiedenes Eingreifen eine Selbstverständlichkeit. „Auch ich hätte es gerne, dass mir wer hilft, wenn ich in einer solchen Notlage bin“, meint Fuchs. Andere sehen das leider jedoch offensichtlich nicht immer so. Denn während die Ersthelfer ihre ersten Schritte setzten (und noch keine Einsatzkräfte eingetroffen waren), fuhren vier oder fünf andere Fahrzeuglenker einfach an der Unfallstelle vorbei …