Krems

Update am 10. August 2018, 08:50

von APA Red

MSD: Spatenstich für Impfstoff-Produktion in Krems. MSD Animal Health hat am Mittwoch mit einem Spatenstich den Umbau für eine neue Produktionsstätte in Krems offiziell gestartet.

Mit dem 2017 erworbenen Werk möchte der Pharmakonzern seine Kapazität für globale Impfstoffherstellung erweitern. Die Fertigung soll voraussichtlich 2020 beginnen. Im Endausbau sollen bis zu 350 Arbeitsplätze geschaffen werden, teilte das Unternehmen per Aussendung mit.

Beim Spatenstich heute wurde gleich auch das Fundament begonnen und symbolisch die erste Mischmaschine Beton in eine Verschalung gegossen. Foto: MSD  |  MSD

Die Übernahme der ehemaligen Baxter-Produktionsstätte, die zuletzt im Eigentum von Shire stand, war vergangenen Sommer bekannt geworden. "Um- und Ausbau liegen im Plan", berichtete das Unternehmen am Mittwoch. Die Planung sei abgeschlossen, nun habe die Ausbauphase begonnen. Für die geplante Herstellung von Impfstoffen und künftige Produktionsaktivitäten soll ein Logistikgebäude errichtet werden.

Geschaffen werden temperaturkontrollierte Lagermöglichkeiten bei 20 bis 25 Grad Celsius, plus 2 bis minus 8 sowie bei minus 20 Grad Celsius. Vorgesehen sind außerdem ein Reinraum zur zentralen Einwaage von Ausgangsmaterialien und Rohstoffen, ein Bereich zur Wareneingangskontrolle und Probennahme sowie eine zentrale Kantine für bis zu 400 Personen. "Für einen effizienten Materialtransfer wird das Lagergebäude direkt mit dem bereits vorhandenen Produktionsgebäude verbunden", hieß es in der Aussendung.

Im Produktionsgebäude wird zeitgleich ein Fertigungsbereich für Antigene installiert. Bis zum angepeilten Produktionsstart 2020 sollen zunächst rund 150 Arbeitsplätze geschaffen werden. In weiteren Phasen werden bis ungefähr zum Jahr 2022 Bereiche für die Herstellung von anderen Antigenen und die Endformulierung sowie die aseptische Abfüllung von Impfstoffen fertiggestellt. "Im Endausbau erwarten wir circa 300 bis 350 Mitarbeiter am Standort", teilte das Unternehmen mit.

"Wir freuen uns, nach Wien unsere Präsenz mit dem Standort Krems zu verstärken", sagte Hans Dittrich, Head of MSD Animal Health EURAM (Europa, Russland, Nordafrika, Naher Osten): "Krems beheimatet mehrere renommierte Universitäten und blickt auf eine lange Tradition als Wirtschaftszentrum für Biotechnologie zurück. Damit bietet sich uns eine großartige Chance, von den innovativen Wissenschaften auf diesem Gebiet zu profitieren." Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) meinte: "Das Engagement von MSD Animal Health macht die Wissenschaftsstadt Krems zu einem pharmazeutischen Hochtechnologiestandort von europäischem Rang."

MSD Animal Health, in den USA und Kanada als Merck Animal Health bekannt, ist in mehr als 50 Ländern vertreten. Die Produkte sind in rund 150 Märkten erhältlich.

Gäste flüchteten vor der Hitze ins Zelt

Die Spatenstichfeier, bei der sich die Besucher – Nachbarn, Freunde und Mitarbeiter des Unternehmens MSD Animal Health – vor der sengenden Sonne in das Festzelt flüchteten, hatte Volksfestcharakter.

Sogar eine Musikgruppe war zur Unterhaltung der Besucherschar aufgeboten. Spürbar war die große Freude an der geplanten Expansion des Kremser Standortes auch bei den verantwortlichen Politikern, vertreten durch Bürgermeister Reinhard Resch und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Aufwendige „Verkleidung“ für Spatenstich

Stadtpfarrer Franz Richter gab dem Vorhaben und allen Beteiligten den Segen. Im Zusammenhang mit der in Krems geplanten Impfstofferzeugung für Tiere erinnerte er an die Enzyklika „Laudate Si‘“ des Papstes Franziskus, in der dieser Achtung gegenüber den Tieren einfordert.

Kurios mutete die „Verkleidung“ an, die den Teilnehmern am Spatenstich zugemutet wurde. Sie mussten sich mit Helm, Schutzbrille, Warnwesten und Sicherheitsschuhen ausrüsten, ehe sie zur Tat schreiten durften. Im Anschluss an die „Erdarbeiten“ wurde von den Ehrengästen in schweißtreibender Arbeit gleich auch eine Mischmaschine Beton in eine Schalung gegossen – gewissermaßen der Grundstein betoniert.

Lest mehr in der Printausgabe der Kremser NÖN!