Harter Test für die Selbstdisziplin.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 02. April 2020 (12:47)
Schwachpunkt Selbstdisziplin: Morgenmantel war für RedakteurMartin Kalchhausermeist den ganzen Tag über der Arbeitsdress.
Gudrun Kalchhauser

„Sie haben einer positiv auf Covid-19 getesteten Person die Hand gegeben und müssen in Quarantäne bleiben.“ Diese telefonische Mitteilung erreichte mich an einem Sonntagvormittag. Gut für mich, dass der Vorfall schon eine Woche zurücklag. Damit würde die Zeit in „Hausarrest“ nur mehr acht Tage dauern …

Personalabteilung verständigen, Nachtdienst beim Roten Kreuz absagen, der eigenen Redaktion und der Chefredaktion Bescheid geben, … Allseits große Anteilnahme. „Hallo, ich bin ja nicht krank, nur weggesperrt!“ Es gab kein noch so geringes Anzeichen einer Infektion. Ich bin also definitiv kein Corona-Opfer.

Erst der Bescheid (zwei volle Tage später per Mail angekommen) enthielt wichtige Nachrichten zum persönlichen Verhalten. Die letzten vier Tage der Quarantäne also: getrennte Schlafzimmer (erstmals in 33 Ehejahren!), keine persönlichen Kontakte in Bad oder Küche. Und meine Frau? Weil sie als Pflegefachkraft im Spital arbeitet, wurde sie am Montag getestet. Das Ergebnis kam am Donnerstag: Negativ!

Das Arbeiten zu Hause klappte problemlos – Handy und Laptop sei Dank! Deshalb gab es auch virtuelle Verbindungen zu den drei nicht mehr daheim wohnenden erwachsenen Kindern samt wenige Wochen altem Enkelkind.

Bei der Arbeit fehlte aber der persönliche Kontakt zwischen den Akteuren. Und noch was: Bei der Selbstdisziplin gab es zwei große Schwachpunkte. Erstens wird überall appelliert, dass man sich anziehen soll, als gehe man aus dem Haus. Ich gestehe, ich habe es jedoch schleifen lassen. Meist war ich im Morgenmantel vor dem PC. Zweitens: Der Kühlschrank ist zu nahe, die Frau kauft ein und kocht auf. Bilanz einer Woche zu Hause: fast drei Kilo plus.

Fazit: Die Quarantäne war problemlos ohne Lagerkoller zu meistern. Eindeutig besser ist es aber doch, wieder raus zu dürfen.