Brunnkirchen , Krems

Erstellt am 12. Februar 2019, 03:57

von Martin Kalchhauser

Traktor und Fahrer in Weingarten fast „verschluckt“. Mitten in einem Brunnkirchner Weingarten tat sich plötzlich riesiger Krater auf. Ehemaliger Bergwerkschacht eingestürzt?

Beinahe samt Traktor vom Erdboden „verschluckt“: Andreas Höllmüller (rechts) und sein Dienstgeber, der Winzer Sepp Dockner, vor dem riesigen Loch im Weingarten in der Riede Steinhagen. Foto: Martin Kalchhauser  |  Martin Kalchhauser

Riesiges Glück hatte Andreas Höllmüller, Mitarbeiter des Höbenbacher Winzers Sepp Dockner, am 7. Februar bei der Arbeit in einem Weingarten in der Riede Steinhagen in Brunnkirchen. Mit dem Landini-Traktor wäre er um ein Haar in ein riesiges Erdloch gefallen, das sich ganz plötzlich zwischen den Reben-Reihen auftat.

Nur zwei Zeilen vom riesigen Krater mit über drei Metern Durchmesser und zehn Metern Tiefe war der Traktorfahrer gegen 15 Uhr mit dem Häckseln von Reben beschäftigt, als er die „Falle“ bemerkte, die sich plötzlich aufgetan hatte.

Weingartenarbeiter waren in Gefahr

Sein Chef glaubte ihm zuerst die Schilderung gar nicht. Dann aber konnte er sich selbst vom Phänomen überzeugen. „Drei Tage vorher waren wir dort beim Rebenschneiden unterwegs“, ist er froh, dass niemandem etwas passiert ist. „Und im Herbst bin ich dort mit der vier Tonnen schweren Lesemaschine durchgefahren!“

Beinahe samt Traktor vom Erdboden „verschluckt“: Andreas Höllmüller (rechts) und sein Dienstgeber, der Winzer Sepp Dockner, vor dem riesigen Loch im Weingarten in der Riede Steinhagen. Foto: Martin Kalchhauser  |  Martin Kalchhauser

Das Loch tat sich im völlig ebenen Bereich des Weingartens, der in unmittelbarer Nähe von Brunnkirchner Wohnhäusern liegt, auf. Weil eine mögliche Ursache des Vorfalles im ehemaligen (Kohle-)Bergbau in Krems-Süd liegen könnte, wurde von Dockner nach der Absicherung des Bereichs unverzüglich das für Bergbau zuständige Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus verständigt. Bereits am nächsten Tag nahm Klaus Windisch von dessen Montanbehörde Ost das Loch in Augenschein.

„Es besteht Gefahr in Verzug, es muss raschest aufgefüllt werden“, beauftragte er Dockner mit der Befüllung mit geeignetem Material (Schotter, Bodenaushub). Die Behebung des Volumendefizits werde das umliegende Gelände stützen, das aus gewachsenem Löss mit einer Humus-Auflage bestehe.

Windisch auf die Frage nach der Ursache des mächtigen Kraters: „Er könnte auf den vor rund 100 Jahren hier betriebenen Bergbau zurückzuführen sein.“ Ein ehemaliger Schacht dürfte nachgegeben haben. Das Ereignis erachtet der Fachmann für „auf diesen Bereich beschränkt“, er sehe „aus diesem Verbruch heraus keine Auswirkungen auf benachbarte Grundstücke. Man kann den Bereich wieder begehen und befahren.“