Fresken nach 30 Jahren zu Hause. Zwei verschollen geglaubte Wappenfresken haben den Weg zurück in das Schloss Schiltern gefunden.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:52)
F: Lechner
Freuen sich über die Rückkehr der Fresken: Bürgermeister Harald Leopold, Tamara Jahrl-Puchinger (Psychosoziales Zentrum), Gustav Lehmerhofer, Alois Huber und Johann Böhm (alle Rugus) und Restaurator Ernst Lux.

Es war das Jahr 1989, in dem der Südtrakt des Schlosses Schiltern abgerissen wurde. Zuvor galt es allerdings noch, historische Kulturgüter vor der Zerstörung zu bewahren. Zwei Wappenfresken des Freiherrn Carl von Hackelberg und seiner Ehefrau Regina von Oedt, beide um die 300 Jahre alt, mussten abgenommen und restauriert werden. Den Auftrag dazu erhielt der Wiener Ernst Lux.

Unter der Verwahrung des Restaurators gerieten die Fresken zunehmend in Vergessenheit, bis sie bald als verschollen galten. Lux blieb in all dieser Zeit aber nicht untätig und kümmerte sich um die fachgerechte „Aufhübschung“ der historischen Schilterner Artefakte.

Erst ein Zufall im Jahr 2014 brachte die Fresken wieder zurück ans Tageslicht. Gustav Lehmerhofer, Mitglied des Instituts für Regionalraumkultur und Geschichte um Schiltern (Rugus), recherchierte gerade bei Georg Aichelburg-Rumerskirch für die Schilterner Heimatchronik, als der Enkel des letzten Schlossbesitzers ihm von einem Angebot Lux‘ erzählte, die Fresken zurückzugeben. „Wir haben nicht gewusst, dass es sie noch gibt“, war die Überraschung bei Rugus-Obmann Alois Huber groß. „Als wir das erfuhren, haben wir uns sofort auf die Fährte begeben.“ Noch einmal rund drei Jahre später war es im Dezember des vergangenen Jahres endlich so weit. Lehmerhofer holte die Fresken von Lux ab und brachte sie zurück nach Schiltern.

"Die Fresken gehören zu Schiltern dazu"

Zurück an alter Heimatstätte, montierte die Rugus-Mannschaft in Gemeinarbeit die jeweils etwa 50 Kilo schweren Stücke im Foyer des Schlosses. Vergangene Woche fand die offizielle Präsentation der Fresken statt. Sie sind nun für die Öffentlichkeit besichtigbar. Für Huber ein besonderer Moment: „Die Fresken sind ein wesentliches Stück Geschichte aus dem 18. Jahrhundert und gehören zu Schiltern dazu.“

Gekostet hat die Restaurierung bisher 4.500 Euro. Noch offen sind 2.400 Euro. „Da sind wir momentan noch am Verhandeln, wir hoffen aber auch auf Spenden“, so Huber.

Unentgeltlich zu sehen sind die Wappenfresken für Besucher während der Öffnungszeiten des Schlosses. Eine Infotafel soll in den kommenden Wochen aufgestellt werden. Spezielle Führungen gibt es auf Anfrage und während des Museumsfrühlings am 18. und 19. Mai. Für Rugus wird es nach der Rückholaktion nicht ruhiger. Huber und sein Team arbeiten derzeit mit Hochdruck am Schilterner Heimatbuch. Es soll im Herbst fertig werden.

Spenden zur Erbringung der übrigen Kosten für die Fresken-Restaurierung sind unter der Rugus-Bankverbindung möglich. Name: Institut für Regionalraum, IBAN: AT38 3243 6000 0008 0689.