Neue Chalets: Übernachten in den Erlebnisgärten

Im grünen Herz Schilterns entstehen um sieben Millionen Euro 20 Gartenchalets. Reinhard Kittenberger nahm am Donnerstag mit Landesrat Jochen Danninger den - wetterbedingt symbolischen - Spatenstich vor.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 13:00

Die Kittenberger Erlebnisgärten in Schiltern sind eines der beliebtesten Ausflugsziele Niederösterreichs. Bald schon kann inmitten der grünen Oase der Stadtgemeinde Langenlois auch übernachtet werden. Auf dem Rücken des Laaberges im Süden des Areals entstehen 20 Gartenchalets. Geplante Fertigstellung: September 2022. Sieben Millionen Euro nimmt Inhaber Reinhard Kittenberger dafür in die Hand. Das Land Niederösterreich unterstützt ihn.  

"Spatenstich" im Glashaus

Die Pflanzung eines Bonsais hätte am Donnerstagvormittag den offiziellen Baustart markieren sollen, das Regenwetter machte den Verantwortlichen aber einen Strich durch die Rechnung. So nahmen Tourismuslandesrat Jochen Danninger, Bürgermeister Harald Leopold, Architekt Winfried Schmelz, Generalunternehmer Manfred List und Erlebnisgärtner Kittenberger kurzerhand symbolisch den Spaten zur Hand, um unter dem Dach des Glashauses den Projektbeginn zu feiern. 

Vier verschiedene Haustypen

"Wohnen im Garten" ist für den 60-jährigen Kittenberger das Lebensgefühl, das er seinen Gästen auf dem 30.000 Quadratmeter großen Chaletdorf-Areal vermitteln möchte. Rund um das Herzstück, einem 3.400 Quadratmeter großen Naturbadeteich, finden bei Vollauslastung bis zu 94 Gäste in den vier verschiedenen Häusertypen Platz. Ein Haupthaus beherbergt die Rezeption und einen Regionalmarkt mit Produkten aus dem Waldviertel. Um den "Haushalt" kümmern müssen sich Bewohner nicht. Servicepersonal sorgt dafür, dass Hotel-Feeling aufkommen kann. 

Ökologischer Fußabdruck entscheidend

Wie in seinen Gärten legt Kittenberger auch beim Chaletdorf besonderen Wert auf den ökologischen Fußabdruck. Gebaut wird mit österreichischem Massivholz, Naturkalk, Ton und Ziegeln. Dächer werden begrünt, die Haustechnik soll möglichst wenig Elektrosmog erzeugen. Eine eigene Photovoltaikanlage bringt nachhaltige Sonnenenergie. Für die Gartenbewässerung und die Versorgung des Badeteichs dienen der hauseigene Brunnen und ein Regenwassersammelsystem. In der und rund um die Anlage ist die Pflanzung von 150 Laub- und Nadelbäume geplant, 20.000 Blütenstauden und 30.000 Zwiebelpflanzen sollen einen Nahrungsquell für Bienen und einen Genuss für's menschliche Auge bieten. 

"Gärten begreifbar und spürbar machen"

Reinhard Kittenberger nennt das Chaletdorf, mit dessen Planung er vor zehn Jahren begann, sein "Herzensprojekt". Besonders wichtig war es dem rastlosen Visionär, dass alles in Familienhand bleibt. Sohn Martin wird die Geschäftsführung des Beherbergungsbetriebes übernehmen. Ziel mit dem Projekt sei es, "den Gästen Gärten richtig begreifbar und spürbar zu machen." Und: "Wir werden etwas Einzigartiges schaffen, dass es in dieser Form in Österreich nicht gibt." 

"Die Weiterentwicklung in Person"

Landesrat Danninger gratulierte Kittenberger am Donnerstag zu einem "visionären Projekt", mit dem er genau den Zeitgeist treffe. "Mich fasziniert, was Reinhard Kittenberger in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat. Noch mehr fasziniert mich aber, dass er sich nicht auf dem Erreichten ausruht." Auch der Langenloiser Bürgermeister Harald Leopold streute Kittenberger Rosen. Er sei die "Weiterentwicklung in Person" und bringe die Gemeinde mit seinem Innovationsgeist "teilweise in Not", zumal es immer auch die gesetzlichen Vorgaben zu beachten gelte.