Ja zum Freibad, Becken-Erhalt wird diskutiert

Erstellt am 28. September 2022 | 05:21
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Freibad Schönberg: Kann das Schwimmbecken erhalten werden?
Foto: Johann Lechner
Die Sanierung des Schönberger Bades wurde aus Kostengründen verschoben.

Ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, das 50 Jahre alte Freibad zu erneuern, stammt aus dem Jahr 2019, geplant war ein Baubeginn nach der heurigen Badesaison.

Becken-Unterbau und Technik sind veraltet

Höchst notwendig ist die Sanierung vor allem des 35-Meter-Schwimmbeckens – schon aus Sicherheitsgründen. Wer einmal einen Blick auf die Statik und in den Technikraum geworfen hat, weiß warum. Im Becken selbst müssen jedes Jahr immer wieder Löcher „gestopft“ werden, berichtet Bürgermeister Michael Strommer. Der Badbetrieb kommt der Kommune teuer: Jedes Jahr müssen an die 80.000 Euro zugeschossen werden. Dass allerdings „eine Bauvergabe auf Basis der vorliegenden Angebote“ nicht durchgeführt werde, das beschloss der Gemeinderat heuer im Juni – die Gesamtkosten einer umfangreichen Sanierung mit einem „attraktiven“ Becken würden sich auf geschätzte fünf Millionen Euro belaufen.

In der Gemeindezeitung informierte Strommer, dass geprüft werde, ob ein Betrieb des Bades im kommenden Jahr aus sicherheitstechnischer Sicht noch möglich sei. Und man werde „in die Planung alternativer Möglichkeiten gehen“.

Damit wurde eine Diskussion in Gang gesetzt, ob und in welcher Form das Bad überhaupt weiterbetrieben werden könne. Mittlerweile hat sich eine Initiative zur Rettung des Freibades gegründet, die ein Weiterbestehen der Anlage inklusive Schwimmbecken fordert. Und sie hat eine Unterschriftenliste gestartet.

„Wir wollen das Sportbecken auf jeden Fall erhalten, es ist auch in puncto Tourismus enorm wichtig“, listet Peter Zaiser, Sprecher der Initiative, weitere Gründe auf, warum das Schönberger Bad überregionale Bedeutung hat: für Schüler beispielsweise, die hier ihren Schwimmunterricht erhalten, für Familien mit Kindern, die das ruhige Ambiente schätzen – Gars, das nächstgelegene Freibad mit Schwimmbecken, sei meist überfrequentiert –, und es könnten hier auch weiterhin Schwimmbewerbe wie der Achtelman-Triathlon durchgeführt werden. „Es müssen jedenfalls die Betriebs- und Personalkosten runter“, sieht Zaiser einen wichtigen Punkt bei der Neuplanung. Und bietet auch seine Unterstützung und die seiner Mitstreiter an: „Unter anderem wollen wir Sponsoren auftreiben.“ Und es sollten Fachleute in die Planung einbezogen werden.

Schließung steht nicht zur Debatte

„Eine dezidierte Schließung des Bades wurde von meiner Seite in keiner Weise ausgesprochen“, will Bürgermeister Strommer „das Bad grundsätzlich schon gerne erhalten“, aber es sollte „erlaubt sein, in alle Richtungen denken zu dürfen“.

Was er damit meinen könnte, wäre wohl der Betrieb einer Freizeitanlage ohne (teures) Schwimmbecken, wie sie in Zöbing oder Langenlois bestehen, wo es zwar ein Kinderbecken und große Liegewiesen gibt, man zum Schwimmen aber in den Kamp steigen muss.