Wirbel um Betonklötze am Hohen Markt in Krems. Betonblock-Provisorium auf dem Hohen Markt für einen gefahrlosen Schulweg. Kritiker sehen eine optisch unattraktive Parkplatzvernichtungsmaßnahme.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 05. August 2020 (05:04)
Die Betonblöcke auf dem Hohen Markt ließen online die Wogen hochgehen.
Franz Aschauer

„Hundezone“, „UFO-Landeplatz“, „Beachparty-Eckerl“ – ein Ring aus Betonklötzen auf dem Hohen Markt sorgte im Netz seit seiner Fertigstellung am 29. Juli für allerhand hämische Kommentare.

Eine Erklärung des neuen Bauwerks, auf dessen Fläche davor vier bis fünf Autos Platz hatten, folgte wenige Tage später per Infotafel. Mehr Sicherheit auf dem Schulweg ist demnach der Sinn der – wie es heißt – provisorischen Maßnahme. Autofahrer hätten dadurch einen besseren Blick auf Fußgänger und umgekehrt.

SPÖ-Stadtrat Werner Stöberl ließ die Betonblöcke aus dem Wirtschaftshof heranschaffen.
F: Kalchhauser

In Auftrag gegeben wurde das Provisorium von Stadtrat Werner Stöberl (SPÖ). Was die optisch unattraktive Konstruktion ersetzen wird, und wann das der Fall sein wird, beantwortet er auf NÖN-Anfrage nicht, schreibt aber: „Da eine endgültige Lösung aufgrund der Sensibilität bis Schulbeginn nicht absehbar ist, musste dieses Betonblockprovisorium errichtet werden.“

Die Blöcke stammen laut Stöberl aus dem stadteigenen Wirtschaftshof, es seien dadurch keine zusätzlichen Kosten entstanden. Um die Vernichtung von Parkplätzen, die sowohl die ÖVP als auch die FPÖ auf ihren Online-Auftritten kritisierten, sei es nie gegangen.

„Da eine endgültige Lösung bis Schulbeginn nicht absehbar ist, musste dieses Betonblockprovisorium errichtet werden.“SPÖ-Stadtrat Werner Stöberl

Der Hohe Markt ist seit Jahren ein Nadelöhr des Schulverkehrs. Jeweils zu Unterrichtsbeginn und -ende bilden sich oft lange Staus, weil viele Eltern ihre Kinder möglichst nahe vor der Schule absetzen und wieder abholen wollen.

Dieser Entwicklung möchte Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel (SPÖ) mit sogenannten Elternhaltestellen entgegenwirken. Sie sollen entfernt von den Schulen eingerichtet werden. „Das letzte Stück sollte das Schulkind auf gesicherten Wegen gehen können“, erklärt Scheichel. Das Bringen und Abholen von Schülern solle dadurch minimiert werden.

Die Betonklötze auf dem Hohen Markt sind der provisorische Maßnahmenauftakt des Projekts. Als Nächstes sollen die Elternhaltestellen für die Schulen endgültig definiert werden. Die exakte Einzeichnung der vorhandenen Parkflächen auf dem Hohen Markt ist laut Scheichel in Planung.

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