Kremser Spital wurde vor Monaten über Vorwürfe gegen Arzt informiert

Erstellt am 22. September 2022 | 13:52
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Universitätsklinikum Krems
Foto: Archiv
Im Fall eines wegen sexuellen Missbrauchs nicht rechtskräftig verurteilten Arztes sollen das Universitätsklinikum Krems und eine Privatuni, für die der Mediziner gearbeitet hat, bereits im Mai per Mail von den Vorwürfen erfahren haben.

Die Information sei nicht an die Zentrale der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) weitergegeben worden, hieß es zu Medienberichten. Die Verantwortlichen wurden dienstfrei gestellt, das Arbeitsverhältnis mit dem Arzt wurde am Donnerstag beendet.

Die LGA-Zentrale hat eigenen Angaben zufolge am Montag von den Vorwürfen gegen den Arzt erfahren. "Daraufhin wurde dieser unverzüglich vom Dienst enthoben", wurde betont. Interne Recherchen haben laut LGA ergeben, "dass die Informationsweitergabe zu dieser Causa durch das UK Krems an die Zentrale der LGA nicht erfolgt ist": "Dieser Sachverhalt wird derzeit geklärt, wobei wir uns um die Einbeziehung der Patientenanwaltschaft bemühen." Bis zum Vorliegen der Ergebnisse werden die Verantwortlichen vom Dienst freigestellt.

Der Mediziner war seit Frühjahr 2021 im Kremser Krankenhaus beschäftigt. Er hatte im Dezember 2021 in Korneuburg u.a. wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen sowie einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person sowie wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses drei Jahre Haft erhalten. Die Verteidigung legte Rechtsmittel ein. Eine Nichtigkeitsbeschwerde wurde laut dem Korneuburger Landesgericht vom Obersten Gerichtshof abgewiesen, das Oberlandesgericht Wien muss über die Strafhöhe entscheiden. Dadurch ist das Urteil nicht rechtskräftig.