Nicht rechtskräftig verurteilter Arzt arbeitete in Kremser Krankenhaus

Erstellt am 21. September 2022 | 15:50
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Foto: fizkes/Shutterstock.com
Ein wegen sexuellen Missbrauchs nicht rechtskräftig verurteilter Mediziner soll im Krankenhaus Krems beschäftigt und als Ausbilder und Lehrarzt an einer Privatuniversität tätig sein.

Der Mann hatte im Dezember 2021 in Korneuburg drei Jahre Haft erhalten, sein Verteidiger legte Rechtsmittel ein. Der Dienstgeber kannte die Vorwürfe offenbar nicht. Der Sachverhalt werde geprüft, teilte die NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) am Mittwoch auf Anfrage zu Medienberichten mit.

Ins Rollen gekommen war der Fall nach Anzeigen im Herbst 2020. Der Mann soll Mädchen missbraucht haben, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Eine Nichtigkeitsbeschwerde sei abgewiesen worden, das Oberlandesgericht Wien müsse über die Berufung der Verteidigung - und damit über das Strafmaß - entscheiden, hieß es Medienberichten zufolge vom Landesgericht Korneuburg. Bei dem Mediziner soll es sich laut "Heute" und "Kurier" um einen ehemaligen Feuerwehrarzt und FF-Jugendleiter handeln, der zuvor in einem Krankenhaus in Wien gearbeitet haben soll.

Seit Frühjahr 2021 ist der Arzt bei der LGA beschäftigt. "Unmittelbar nach mündlicher Information an die NÖ LGA über die Vorwürfe bzw. gerichtlichen Verfahren wird derzeit der genaue Sachverhalt u.a. mit dem Mitarbeiter und dem Universitätsklinikum Krems erhoben.

Sobald diese Informationen gesichert vorliegen, werden die weiteren dienstrechtlichen Schritte gesetzt", hieß es auf APA-Anfrage in einer Stellungnahme der LGA. Der Mediziner soll dem Vernehmen nach seit Wochenbeginn zu keinen Diensten mehr eingeteilt worden sein.