„Ertränk’ dich!“: Morddrohung gegen Ortschefin. „Schmeiß dich in Teich und ertränk’ dich!“, drohte Landwirt der Bürgermeisterin (am Bild).

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 22. Oktober 2019 (05:27)
Bürgermeisterin Eva Schachinger wurde wüst beschimpft und bedroht.
Foto: MK

„Selbst wenn ich gewollt hätte, man kann dort niemanden ertränken. Der Teich ist ausgetrocknet“, erklärte ein 57-jähriger Landwirt vor Gericht und legte zur Untermauerung ein Beweisfoto vor. Damit konnte er seine heftige Verbalentgleisung und Drohgebärde gegenüber Eva Schachinger, der Bürgermeisterin von St. Leonhard am Hornerwald, aber nicht aus der Welt schaffen.

„Nur Respekt verschaffen wollen“

Sichtlich peinlich berührt gab der Mann dann zu, dass ihm bei einem Treffen mit der Bürgermeisterin wegen einer ausstehenden Baubewilligung die Pferde durchgegangen seien und er geäußert habe: „Binnen einer Woche erwarte ich die Baubewilligung, sonst schmeiß ich dich in den Teich und ertränke dich!“

Das habe er doch nicht ernst gemeint, er sei damals wütend gewesen und habe sich nur Respekt verschaffen wollen, erklärte der Landwirt und sagte sichtlich unwirsch: „Seit Monaten warten wir auf die Bewilligung, bis heute ist der Antrag nicht bearbeitet worden.“

„Haben Sie die Bürgermeisterin auch am Hals erfasst und beschimpft?“, hakte die Richterin nach. „Ich habe sie nur seitlich berührt, nicht zugepackt oder zugedrückt“, beteuerte der Landwirt. An Schimpfworte wollte er sich nicht mehr erinnern können. Er räumte jedoch ein: „Es kann schon sein, dass einige unschöne Worte gefallen sind.“

„Seitens der Baubehörde ist noch ein landwirtschaftliches Gutachten ausständig“, erklärte das Opfer die Frage der Baubewilligung und schilderte im Zeugenstand: „Er beschimpfte mich und wurde immer aufbrausender. Es war ängstigend, als er mir an den Hals fasste.“

Auf die Frage der Richterin, ob er sich beim Opfer schon entschuldigt habe, kam zögerlich: „Nein, aber es tut mir leid.“

„Es ist traurig, dass Sie als erwachsener Mann so lange für eine Entschuldigung brauchen“, kommentierte die Richterin harsch. Sie gewährte dem unbescholtenen und letztlich einsichtigen Bauern dann eine Diversion: Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße von 1.800 Euro. Damit bleibt der Waldviertler immerhin ohne Vorstrafe.