„Steinertor ist nur einen Euro wert“

Erstellt am 25. März 2013 | 00:00
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„Inventur“ / Wie groß ist das Vermögen der Stadtgemeinde Krems? Die Zahlen der aktuellen Bestandsaufnahme sind umstritten.
Von Udo Sagl

KREMS / 140 Millionen Euro Soll und 173 Millionen Haben: Laut Bestandsaufnahme sind die Schulden der Stadtgemeinde Krems durch Eigentumswerte mehr als gedeckt. Das geht aus dem „Zwischenbericht zur Bewertung des städtischen Immobilienvermögens“ hervor, der in der Vorwoche dem Gemeinderat vorgelegt worden ist.

„Wir wollen historisches Gut nicht verkaufen“ 

Laut „Inventur“ wäre Krems mit dem Verkauf seines Eigentums nicht nur schuldenfrei, sondern könnte sich auch über 33 Millionen Euro auf der Habenseite freuen. Alles in Butter? „Mitnichten“, kritisiert die Opposition. Denn die Zahlen seien sehr theoretisch.

„Sollen wir etwa die Landstraße verkaufen?“, ätzt KLS-Gemeinderat Wolfgang Mahrer. „Und das Steinertor ist in der Praxis höchstens einen Euro wert.“

„Blödsinn!“, kontert ÖVP-Stadtrat Erwin Krammer. „Natürlich haben unsere historischen Gebäude einen Wert. Aber wir haben ohnehin nicht vor, dass wir sie veräußern. Es geht vielmehr um den Bilanzwert.“ Diese Meinung vertritt auch SPÖ-Stadtrat Wolfgang Chaloupek, auf dessen persönliche Initiative die Bestandsaufnahme zurückgeht.

„Es wäre aber sinnvoller, dass man erhebt, was für die Stadt nicht betriebsnotwendig ist und was man verkaufen kann, um Schulden abzubauen“, regt FPÖ-Stadtrat Werner Friedl an.

Schulzentrum führt die Immobilien-Liste an 

Den größten Wert hat laut der aktuellen Schätzung das neue Schulzentrum (24,4 Millionen Euro), während die übrigen Schulen 2,8 Millionen wert sind. Weitere Zahlen: Kindergärten 4 Millionen; Musikschule, Museum und Gozzoburg insgesamt 7,2 Millionen.

Die zwei Rathäuser (Krems und Stein) sind hingegen „nur“ knapp 2,7 Millionen wert.