Disput um Boot im Lengenfelder FF-Haus. Ein im Keller des Feuerwehrhauses Lengenfeld untergebrachtes Motorboot – kein Einsatzboot! – sorgte für Erregung im Gemeinderat und beim Kommandanten der Wehr.

Von Christian Leneis. Erstellt am 15. April 2021 (05:40)
Schönthaller

Was macht eine Motorjacht oder auch Motorboot in einem Feuerwehrhaus? Diese Frage sorgt seit der jüngsten Gemeinderatssitzung für Aufregung in Lengenfeld.

Bürgerliste-Gemeinderat Ernst Thaller hatte diese Frage aufgeworfen und in der Sitzung ein Foto präsentiert, das dieses Boot im Keller des FF-Hauses zeigt. Weiters fragte Thaller, ob der Bürgermeister davon wusste und ob dies nicht dem geltenden Mietvertrag zwischen Feuerwehr und Gemeinde widerspreche.

Er brachte zudem die Frage ins Spiel, ob es sich dabei nicht um eine „verbotene Vorteilsnahme“ – quasi um Korruption – durch einen Feuerwehrfunktionär handeln könne. Bürgermeister Christian Kopetzky berichtete, nichts gewusst zu haben, und verwies in einem Gespräch mit der NÖN auf einen Punkt im Mietvertrag, der die Weitervermietung von Teilen des FF-Hauses an Dritte (auch gegen Entgelt) ohne Zustimmung der Gemeinde untersagt. „Es wäre schön gewesen, wenn man mich wenigstens darüber informiert hätte“, berichtet Kopetzky. „Wir hätten über alles reden können!“ Er kündigte an, dass sich der Gemeindevorstand damit befassen werde. Kopetzky ließ offen, welchen Ausgang diese Causa nehmen könne. Auch die übrigen Gemeinderäte – zum Teil Feuerwehrmitglieder – wussten nichts davon.

Feuerwehrchef Markus Hoffmann (der Besitzer des Bootes, wie man inzwischen weiß) fühlt sich zu Unrecht angegriffen. Er berichtet, dass es einen einstimmigen Kommandobeschluss gebe, der ihm das Einstellen seines Bootes gegen eine namhafte Spende erlaube. Zudem fühle er sich als Kommandant der Lengenfelder Wehr nicht als „Dritter“, und deshalb habe er den Bürgermeister nicht informiert. Für Reparaturarbeiten an dem im Vorjahr günstig angekauften Boot habe er nicht einmal den Strom des Feuerwehrhauses verwendet, sondern ein Stromaggregat hinter dem Gebäude aufgestellt. Und Hoffmann legt noch einen drauf: „Ich behalte mir rechtliche Schritte gegen jene Person vor, die sich unberechtigt ins Feuerwehrhaus geschlichen und hier unerlaubterweise Fotos angefertigt hat!“