Krems

Erstellt am 14. August 2018, 05:33

von Petra Vock

Arme Tiere: „Nach Rasur blieb nur Gerippe übrig“. Entsetzen über halb verhungerte, verwahrloste Hunde und über Katzen, die bei größter Hitze ohne Wasser eingesperrt waren.

Werden im Tierheim liebevoll umsorgt und kommen allmählich wieder zu Kräften: Luna und Bärli mit Johannes Kubala und Obfrau Ninamaria Zinn-Zinnenburg. (von links)  |  Martin Kalchhauser

„Da bekommt man momentan keine Luft!“ Der Anblick halb verhungerter Hunde sorgte auf der Facebook-Seite des Kremser Tierheims für fassungslose Kommentare.

„Nachdem Bärli und Luna das verfilzte Fell abgetragen wurde, blieb bei beiden nur noch das Gerippe übrig“, schrieben die Mitarbeiter des Tierheims dazu. Bärli hatte anfangs gar keine Kraft mehr, sich selbstständig auf den Beinen zu halten.

Als das verfilzte Fell entfernt wurde, waren von Bärli (im Bild) und Luna nur noch Haut und Knochen übrig.  |  NOEN

Festgestellt wurde die Verwahrlosung der Neufundländer im Zuge einer Anzeige. Der Eigentümer, ein Frühpensionist aus dem Bezirk Hollabrunn, der auch Pferde hält, hatte die Hunde einfach sich selbst überlassen.

„Sie waren komplett abgemagert, das Fell war eine einzige Filzplatte, und Luna hatte große Schmerzen beim Auftreten, weil an den Pfoten harter Kot zwischen den Ballen war“, berichtet Tierheimleiterin Ninamaria Zinn-Zinnenburg, die Obfrau des Tierschutzvereines Krems.

Im Tierheim werden Bärli und Luna jetzt sanft wiederaufgepäppelt und erholen sich allmählich. Für die Kosten muss das Tierheim aufkommen, da der Besitzer Geldmangel angibt. Seine Pferde sind laut Veterinäramt in sehr gutem Zustand.

Luna hatte zudem große Schmerzen beim Auftreten, da harter Kot zwischen ihren Ballen war.  |  Tierheim Krems

Wenige Tage später wurde der nächste Fall von erschütternder Gleichgültigkeit gegenüber Tieren bekannt: Zwei Katzen waren in Krems bei der größten Hitze in einem Badezimmer eingesperrt – ohne Wasser und Futter. Das junge Besitzer-Pärchen war nach mehr als zwei Tagen noch immer nicht zurück, und die Katzen waren bereits verdächtig still. Gegen das Paar wurde Anzeige erstattet.

„Wasserentzug ist bei solchen Temperaturen das Schlimmste“, so Zinn-Zinnenburg. „Jeder weiß, dass ein Tier so wie der Mensch Wasser braucht. Dafür gibt es keine Ausreden.“

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