Doppeltes Drama: Kremser Junkie-Frauerl hat neuen Hund. Kremserin wurden in einem Monat drei Hunde abgenommen. Amtstierarzt strebt Tierhalteverbot an.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 05. August 2020 (06:08)
Die drogensüchtige Kremserin soll ihre Hunde schon mehrmals geschlagen und getreten haben.
Shutterstock/New Africa

Es ist ein menschliches und ein tierisches Drama, das sich seit einiger Zeit in Krems abspielt. Eine junge Frau, die seit Jahren im Drogensumpf steckt, beschafft sich regelmäßig auf illegalem Wege Hunde und fällt in aller Öffentlichkeit als Negativbeispiel einer Halterin auf.

„Sie schreit mit den Hunden herum, schleift sie an der Leine nach, tritt und schlägt sie“, erzählt etwa Claudia Polat, die sich beim Verein animalfriends.at für den Tierschutz engagiert.

Chronische Vernachlässigung, regelmäßiges „Loswerden“

Und das ist nicht alles. War es bis Mitte Mai noch nicht bewiesen, ist spätestens seitdem klar: Die Frau vernachlässigt ihre Tiere auch chronisch und will sie loswerden, sobald sie ihr zur Last fallen.

Die Pfotenhilfe Tulln nahm ihr einen weißen Spitz ab, nachdem Mitglieder von einer Nachbarin der Frau verständigt worden waren, als diese ihr die kleine Hündin um 40 Euro anbot. Beim Tierarzt wurde Blut in ihrem Harn festgestellt und die Harnblasenwand war verdickt und entzündet.

Das Ende der Fahnenstange war damit noch lange nicht erreicht. Nur zwei Tage nach dem ersten Krach mit den Tierschützern wurde der Frau eine weitere Hündin abgenommen, am 16. Juni musste sie sich dann von einem Welpen trennen. Beide Tiere fanden den Weg ins Tierheim Krems.

NÖN-Infos zufolge soll die Frau schon vor der Abnahme des ersten Hundes zumindest drei Vierbeiner besessen haben. Alle Tiere wurden nach gewisser Zeit aber nicht mehr bei ihr gesehen.

Anzeigen auch wegen illegalen Welpenhandels

In den vergangenen Wochen war die Frau immer wieder mit einem schwarzen Listenhund zu sehen, für dessen Haltung es einiger Voraussetzungen bedarf, die die Drogensüchtige allesamt nicht erfüllt. Ob das Tier ihr gehört oder einem männlichen Begleiter, mit dem sie zuletzt unterwegs war, ist nicht restlos geklärt.

Bei Polat schrillen wegen des neuen Vierbeiners im Besitz der Frau jedenfalls die Alarmglocken – und sie ist mittlerweile bereit, weit zu gehen. „Ein Listenhund ist wie eine Waffe zu behandeln. Ich kann mir vorstellen, den Hund zu stehlen und Selbstanzeige zu machen.“

Wie die als obdachlos gemeldete junge Frau, die eine Unterkunft im Stadtgebiet hat, ständig an neue Hunde kommt, ist nicht sicher. Vermutlich laufen viele der illegalen Geschäfte aber über Facebook, wo sich in den vergangenen Jahren eine Art Hundemafia entwickelt hat. Eine Entwicklung, die für Amtstierarzt Michael Oppitz „erschütternd“ ist.

Gegen besagte Frau strebt Oppitz ein Tierhalteverbot auf Dauer an. Seit Mai hat er mehrere Anzeigen an das Strafamt des Magistrats übermittelt. Unter anderem wegen Tierquälerei, aber auch wegen illegalen Welpenhandels.

„Alle Vorwürfe beruhen auf meinen eigenen Wahrnehmungen und tierärztlichen Untersuchungsbefunden“, erzählt Oppitz. Wie der NÖN zugetragen wurde, soll er bei Lokalaugenscheinen in der Unterkunft der Frau Schockierendes gesehen haben, wie etwa Heroin-Spritzen, die offen herumliegen.

Wann die Frau mit einem Tierhalteverbot belegt wird, ist unklar. Der Weg dorthin kann sich jedenfalls ziehen. Es bedarf zumindest zweier rechtskräftiger Verurteilungen wegen Tierquälerei, um dann die Möglichkeit zu haben, einen Bescheid auszustellen, der Rechtskraft erlangt. Gegen die Urteile als auch den Bescheid kann die Beschuldigte Rechtsmittel einlegen.