Stift Dürnstein: Eine Perle vor der Haustür. Tipp für „Urlaub zu Hause“: Aktuelle Schau offenbart viele Highlights.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 07. August 2020 (05:44)

Wozu in die Ferne schweifen ...? Urlauber aus der Region, die lieber daheim bleiben, können im Zuge der aktuellen Ausstellung „Entdeckung des Wertvollen“ in die Geschichte des Stiftes Dürnstein eintauchen.

Das Stift Dürnstein wurde 1410 als Augustiner-Chorherrenstift gegründet, 300 Jahre später prachtvoll barock umgebaut und 1788 durch Kaiser Joseph II. aufgehoben. Seit damals gehört es den Augustiner-Chorherren von Herzogenburg.

Gäste sind aufgefordert, sich in den drei Teilen – das Gute, das Schöne, das Wahre – Gedanken über Themen zu machen, die heute aktueller sind denn je.

Lustige Bilder mit „Selfie-Spiegel“ im Hof

Der Rundgang beginnt in der Säulenhalle aus dem 14. Jahrhundert, die nur geputzt, nicht aufwendig restauriert wurde und wo man, so Kulturvermittlerin Elisabeth Glatzenberger, „die Wurzeln zeigen“ will. Ein informativer Film vermittelt im Zeitraffer die Geschichte der Besiedelung der Wachau, und Bibeln aus aller Welt laden zum Blättern und Schmökern ein.

Neu zugängig ist die Altane mit atemberaubendem Blick auf die Donau. Im Rücken ist der (seit 1986 wieder) blaue Kirchturm ein beliebtes Fotomotiv für Besucher. Originelle Bilder ergeben sich auch im Hof vor dem dortigen „Selfie-Spiegel“.

Keine Mühen gescheut wurden für die Barrierefreiheit (Aufzug). Zu sehen sind im Verlauf des Rundgangs unter anderem ein Modell der Stadt Dürnstein, die Dürnsteiner Madonna aus dem 15. Jahrhundert sowie die Dürnsteiner Monstranz, die eigens für die barocke Stiftskirche angefertigt wurde. In Letzterer offenbart die Tour durch die Jahrhunderte einen besonders eindrucksvollen Einblick – von der Empore aus.

Im Obergeschoß erwartet den Gast die Nachbildung des Dürnsteiner Tabernakels in Form einer drehbaren Kugel, die dort gemeinsam mit einem Erd- und einem Himmelsglobus zum Ausdruck bringen will, dass der Mensch Teil eines großen Ganzen ist. Große und kleine Baumeister dürfen ebendort in einem Kreativraum ihren eigenen Kirchturm bauen.

Erfreuliche Bilanz eines Besuchs: Die Schau schafft es, zu interessieren und wesentliche Informationen zu vermitteln – und das ohne Überfrachtung mit Zahlen und Daten.

Infos: www.stift-duernstein.at