Ziesel als Störenfriede am Friedhof in Mautern

Gemeinde will ungebetene Friedhofsbesucher vertreiben.

Martin Kalchhauser
Martin Kalchhauser Erstellt am 18. September 2021 | 05:54
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Der für den Friedhof zuständige Gemeindemitarbeiter Gottfried Bauer zeigt ein Beispiel für die Zerstörung, die auf den Gräben durch die Ziesel passiert, hier bei den Urnengräbern.
Foto: Johann Lechner

Ziesel sind putzige Tierchen, aber sie können auch die Nerven strapazieren. Mehrere Grabbesitzer auf dem Mauterner Friedhof können ein Lied davon singen …

„Die Tiere wandern aus den umliegenden Weingärten zu und fressen einen Teil der Grabbepflanzung weg“, erzählt Bürgermeister Heinrich Brustbauer. Um Tipps für die Vertreibung der streng geschützten Nager zu bekommen, ist die Stadtgemeinde sogar schon beim Land vorstellig geworden. „Ziel ist es, den Lebensraum für die Ziesel unattraktiv zu machen.“

„Wichtig ist, dass die betroffenen Grabbesitzer wissen, dass wir an der Sache dran sind.“

Als erste Maßnahme wird beim Friedhofstor ein feines Gitter eingezogen, denn die Tiere überklettern keine Mauern, sondern bewegen sich nur am Boden. „Wichtig ist, dass die betroffenen Grabbesitzer wissen, dass wir an der Sache dran sind.“ Kurios erscheint, dass das Problem der Mauterner im Land erstmalig sein dürfte. Andere betroffene Friedhöfe sind derzeit nicht bekannt. Abgesehen vom Schaden an der Bepflanzung gibt es in Mautern ein weiteres Ärgernis.

Brustbauer: „Bei den Urnengräbern wurden bereits einige Urnen freigelegt. Und es gibt ja auch zersetzbare Urnen, sodass die Tiere dort dann die sterblichen Überreste der Bestatteten verteilen würden.“ Noch ist nicht klar, wie die Ziesel vertrieben werden sollen, fest steht jedoch, dass die Gemeinde alles daran setzen wird. „Bei aller Tierfreundlichkeit: Dort passen sie einfach nicht hin!“