Mögliche Rodungen in Gföhler Park schlugen Wellen

Erstellt am 28. Oktober 2022 | 04:46
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Laut Stadtchefin Ludmilla Etzenberger ist in Bezug auf die Zufahrt zum Projekt „GEDESAG 2“ in der Seiler- und Kreuzgasse noch nichts entschieden, alternative Lösungen anstelle des Parks bei der MS werden geprüft.
Foto: GM
Raser vor Kindergarten, ein Bauprojekt mit „ungewisser“ Zufahrt & viele Verkehrskonzept-Wünsche: Bürger-Info am 3. November?

Die Entwicklung des Gföhler Stadtzentrums liegt allen Fraktionen am Herzen – am „Wie“ scheiden sich die Geister.

Stein des Anstoßes ist das neue Bauprojekt in der Seilergasse: Dort entstehen zwölf Reihenhäuser und 16 Wohnungen. Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger (ÖVP) betont: „Wir sind stolz, mit der GEDESAG eine offene Bauweise mit viel Grün entwickelt zu haben – die Alternative wäre ein Wohnblock mit ‚zig‘ Wohnungen gewesen.“

SPÖ sammelte 300 Unterschriften für Erhalt des Parks

Parallel dazu soll im Laufe der nächsten Jahre auf dem Liebenberger-Areal an der Zwettler Straße ein weiteres Wohnbauprojekt entstehen und auch der nördliche Bauabschnitt des GEDESAG-Projekts „Seilergasse“ gestartet werden.

Die Erstplanung des letzteren sah vor, für die Zufahrt den äußerst östlichen Teil des Parks bei der Mittelschule zu verbauen, was die SPÖ auf den Plan rief. SP-Stadtrat Günter Steindl rechnet nach Fertigstellung der Bauprojekte mit rund 150 zusätzlichen Pkws im Stadtkern.

Die SPÖ sammelte rund 300 Unterschriften für den Erhalt des Parks und ein neues Verkehrskonzept. Steindl bemängelt, dass weder Anrainer noch Gemeinderäte Informationen zum Status quo bekommen haben: „Warum informiert man nicht die Öffentlichkeit?“ Etzenberger dazu: „Manche Leute entschuldigten sich bei mir bereits, dass sie auf der Liste der SPÖ unterschrieben haben – offensichtlich wurden sie zur Unterschrift gedrängt!“

Bürger-Info, sobald Daten aufbereitet sind

Weiters hält sie fest, dass in der letzten Gemeinderatsitzung vereinbart wurde, eine Bürger-Information abzuhalten, sobald die GEDESAG alle Daten zu ihren Bauprojekten aufbereitet und eine große Info-Tafel angefertigt hat – „und diese wird erst voraussichtlich am 3. November fertig sein.“

Im SP-Forderungskatalog finden sich außerdem eine durchgehende 30er-Beschränkung in allen Wohngebieten, mit Ausnahme der Hauptstraße, und eine bessere Anbindung der Mittelschule samt Schaffung eines Gehsteigs von der Schule bis zur Lindengasse.

SPÖ fordert Tempo 30, ÖVP und FPÖ dagegen

Steindl fordert zudem mehr Polizeikontrollen, da laut Verkehrszählung vom Mai rund 15 Prozent der Autos vor dem Kindergarten zu schnell fuhren.

Die FPÖ schlägt in dieselbe Kerbe, den Parkplatz bei der MS mit einem Gehsteig nach Norden und einer zusätzlichen Zufahrt von der Bergstraße besser anzubinden: Das sollte „nach Prüfung und Verhandlung mit den Grundeigentümern möglich sein“, so FP-Stadtrat Erich Starkl. Eine Absage gibt es zu einem generellen „30er“: Dieser wäre aus FP-Sicht vorrangig in allen zum Schutz der Kinder relevanten Strecken sinnvoll.

„Der Park soll auf jeden Fall erhalten bleiben, weshalb wir andere Parteien diesbezüglich unterstützen werden“, so Starkl. Weitere Maßnahmen für ein Mobilitätskonzept sieht er im Ausbau von Radwegen, Schaffung von PV-Anlagen zum Laden von e-Autos und Carsharing.

Die Bürgermeisterin hat dazu einen Verkehrsplaner des Landes NÖ angefordert. Zu einem generellen 30er in Gföhl ist sie skeptisch: „Erfahrungen in anderen Gemeinden zeigen, dass die meisten Fahrzeuge trotzdem schneller fahren.“