Josef Edlinger: „Weniger als mir zusteht!“. Landtagsabgeordneter Josef Edlinger sieht Kritik an seiner Forderung als ungerechtfertigt an.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 11. Juli 2020 (05:42)
Landtagsabgeordneter Josef Edlinger vor dem Hochbehälter der Gemeinde Gföhl in Felling, der auf seinem Grundstück steht.
Foto: Martin Kalchhauser

„Ich verlange nicht mehr, als mir zusteht, sondern viel weniger“, ärgert sich ÖVP-Landtagsabgeordneter Josef Edlinger über die Kritik der Opposition an 100 Euro für die Erlaubnis, Leitungen durch seine Grundstücke zu legen.

Wie die NÖN berichtet hat , wurde Edlinger in der Gemeinderatssitzung vorgeworfen, „statt ihm laut Tarif zustehenden 62 Euro pro Jahr“ 100 Euro zu verlangen. Das sei 38 Euro mehr als ihm zustehe.

Grund wurde Gemeinde kostenlos überlassen

Beim Lokalaugenschein auf den Grundstücken des Landwirts zeigte dieser unter anderem die Fläche von rund 100m² im unteren Teil der Ortschaft Felling, wo auf einem asphaltierten Platz ein Pumpwerk der Gföhler Abwasserbeseitigungsanlage steht.

Dieses Areal hat Edlinger der Gemeinde für immer zum Nulltarif überlassen. Auch für weitere Leitungsverlegungen über seine Grundstücke („Alle Jahre wird irgendwo aufgegraben.“) habe er bis jetzt noch nie Geld verlangt. Die Leitungen und die Grabarbeiten seien aber eine Entwertung der Grundstücke.

Verstimmt habe ihn dann die Vorgangsweise der Mitarbeiter der Stadtgemeinde Gföhl bei der Neuanlage des Bereichs rund um den oberhalb seines Hofes liegenden Hochbehälter. Ohne ihn zu fragen, sei die Böschung abgeflacht worden, wodurch die Gemeinde nun rund 90 Quadratmeter Grund mehr als zuvor beanspruche.

Rundung auf 100 Euro wurde nie aktiv verlangt

„Das war völlig konsenslos“, betont Edlinger. „Ich habe es erst gesehen, als die Arbeiten fertig waren.“ Kurios: Bei der Berechnung der ihm zustehenden Entschädigung waren in der Folge 91 Euro herausgekommen. Bürgermeisterin Ludmilla Etzenberger habe im Gespräch gemeint, man könne „einen runden Hunderter“ daraus machen. Jetzt müsse er sich dafür die Vorwürfe gefallen lassen.

Für die Nutzung des gegenständlichen Bereichs bekomme er also gar nicht um 38, sondern nur um neun Euro mehr als laut Tarif. „Wenn ich die Gemeinde aber die unrechtmäßige Änderung auf meinem Grund rückgängig machen lassen würde, wozu ich das Recht hätte, würde das mehrere tausend Euro kosten. Da kann man mir stattdessen lange Pacht zahlen!“