Externe Hilfe für Kremser Stadtbus. Konzept für Umgestaltung steht, Planungsbüro vor Beauftragung. Indes rammte der Bus ein parkendes Auto in der Dinstlstraße.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 04. März 2021 (05:12)
Der Stadtbus ist auch bei den NÖN-Lesern das Thema der Stunde.
Martin Kalchhauser

Der Stadtbus hat einen ersten Unfall auf seinem Konto. Ein Chauffeur der Betreiber-Firma Blaguss rammte am Donnerstag, 25. Februar, gegen 18.15 Uhr, mit dem 2,55 Meter breiten Gefährt in der Dinstlstraße einen der Länge nach abgestellten Pkw. An dem Auto entstand erheblicher Sachschaden.

Der Stadtbus beschädigte in der Vorwoche bei der Fahrt durch die Dinstl-straße ein am Straßenrand abgestelltes Auto.
privat

Der verärgerte Besitzer, der namentlich nicht genannt werden möchte, meldete sich kurze Zeit später bei der NÖN: „Zumindest auf den Altstadtlinien sollte auf kleinere Busse umgestellt werden. Es sollte sich eingestanden werden, dass der Versuch mit diesem Busmodell gescheitert ist.“

Bürgermeister Reinhard Resch sieht das anders. Die Möglichkeit von schmäleren Bussen sei intern lange und intensiv diskutiert worden, erklärte der Stadtchef während der Sitzung des Gemeinderats am vergangenen Mittwoch. „Man ist zu dem Schluss gekommen, dass wenn man die Barrierefreiheit in den Mittelpunkt stellt, gerade das Elektrische keine Alternative ist.“ Resch reagierte damit auf die Kritik, dass mit der Einführung des neuen Stadtbussystems im Dezember nicht gleich auch auf E-Busse umgestellt wurde.

Bürgermeister Reinhard Resch: „Wir arbeiten an guten und tragbaren Lösungen.“
MK

Die Stadt ist nach wie vor davon überzeugt, mit den breiten Bussen auch in der Innenstadt aufs richtige Pferd zu setzen. Dennoch ist man nach Wochen, in denen immer weitere Problemzonen aufgekommen waren, um ein Einlenken bemüht. „Überall wo große Projekte implementiert werden, gibt es am Start Probleme. Wir arbeiten an guten und tragbaren Lösungen“, meint Resch.

Wie sollen die aussehen? Ein umfassendes Projekt für den Hohen Markt, die Wegscheid und den östlichen Teil der Unteren Landstraße ist laut Stadt in Vorbereitung. Die Rede ist von baulichen und verkehrstechnischen Maßnahmen. Ein Konzept gebe es bereits, die Beauftragung eines Planungsbüros stehe kurz bevor. Bis wann die Umsetzung erfolgen soll, ist noch offen. Das Ergebnis soll jedenfalls „eine Lösung sein, die für alle Verkehrsteilnehmer – Schüler, Anrainer, Stadtbus, Fußgänger und Radfahrer – zufriedenstellend ist“, teilt Magistratsdirektor-Stellvertreter Hannes Zimmermann mit.

Für Ärger gesorgt hatte der Stadtbus zuletzt auch in der Unteren Landstraße, wo ihm korrekt abgestellte Fahrzeuge regelmäßig die Weiterfahrt auf der Fahrbahn versperren. Das illegale Ausweichmanöver auf den Gehsteig wagen die Blaguss-Chauffeure nicht. Stattdessen drücken sie die Hupe und warten, bis der Autolenker wegfährt. „Ich möchte nicht mehrmals wöchentlich durch ein Hupkonzert in meiner Arbeit gestört werden“, beklagte sich ein in der Unteren Landstraße ansässiger Geschäftstreibender.