Kremser Stauchaos: Ringen um Lösungen. Morgenverkehr und Baustelle sorgen für besondere Gefährdung von Schülern. Direktor Popp: Konfrontation mit Eltern meist sinnlos.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 18. September 2019 (05:56)
Johannes Mayerhofer
Wenig Platz, Baustellen, Morgenverkehr:Verkehrschaos am Hohen Markt.

Dass der Hohe Markt verkehrstechnisch eine Problemzone ist, war lange bekannt. Autokolonnen morgens und mittags, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen, wenig Platz, hinzu kommt eine Baustelle: genug Gefahrenquellen.

„Autos parken teilweise die Gehsteige dort oben total zu“

„Die Stadt Krems hat mir zugesichert, dass es einen Polizisten am Hohen Markt geben wird. Leider war dann keiner zu sehen“, berichtet eine Mutter, deren zwei Kinder am Hohen Markt zur Schule gehen. Ein weiterer Mitarbeiter habe ihr bei einem Beschwerdeanruf einfach aufgelegt. Besonders der Baggerverkehr sei gefährlich für die Schüler, so die Frau, die anonym bleiben will. „Die Autos parken teilweise die Gehsteige dort oben total zu. Ich würde mir zumindest eine Art Schülerlotsen wünschen.“

Laut Karl Popp, Direktor der privaten Mary-Ward-Mittelschule, wird an einer Lösung gearbeitet. So soll an den betroffenen Schulen eine Erhebung durchgeführt werden. Im Gespräch sei man diesbezüglich mit Mobilitätsberaterin Ingrid Leidenfrost (Klimabündnis Österreich).

„Die Schüler werden Fragen beantworten, etwa nach den Gründen, weshalb sie von den Eltern bis vor die Schule geführt werden“, so Popp. Alleine mit gutem Zureden gegenüber den Eltern erreiche man nicht viel. „Das geht beim einen Ohr rein und beim anderen hinaus. Wenn man Leute direkt auf der Straße anspricht, bekommt man dann schnell auch sehr unfreundliche Reaktionen“, erzählt der Direktor.

„Bewusstsein bei den Schülern schaffen“

An diesem Umstand knüpft ein Plan der Stadt Krems in zweierlei Richtungen an: Einerseits soll entsprechendes Problembewusstsein bei den Schülern geschaffen werden. Andererseits arbeitet eine Gruppe unter Beteiligung der Stadträte Alfred Scheichel (Verkehr) und Albert Kisling (Umwelt) an einem Konzept, um sichere Absetzstellen in der Kremser Innenstadt zu bestimmen.

„Der Dreifaltigkeitsplatz wäre geeignet. Von dort könnte man einen gut markierten Schulweg definieren, der über die Margarethenstraße in die Althangasse führt“, erklärt Scheichel. „Ideal wäre es, wenn das eine Eigendynamik bekäme, dass Schüler sich zusammenreden und regelmäßig gemeinsam hinauf zur Schule gehen.“ Außerdem gebe es ja noch die Bushaltestellen am Dreifaltigkeitsplatz und bei der Gozzoburg.