Reisperbachtal total im Out. Spazierweg wurde zerstört, Pflege mangelhaft – und jetzt kommt noch Gefahr durch Erdrutsch dazu.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 02. Juli 2020 (02:12)
Umwelt-Aktivist Robert Kermer beim Lokalaugenschein im Reisperbachtal. Das Rückhaltebecken muss dringend ausgebaggert werden.
Martin Kalchhauser

Es steht schlimm um das Reisperbachtal in Stein. Durch die Schlägerungen wurde der idyllische Wanderweg entlang des Baches verwüstet, die versprochenen Nachsetzungen überlebten großteils nicht. Bei der Pflege des Bereichs gibt es schwerste Mängel, und jetzt traten auch noch massive Schäden an einer Stützmauer auf, die die Sperre der Straße und des parallel führenden Wanderweges notwendig machten.

Aus Sicherheitsgründen mussten sowohl die Reisperbachtalstraße als auch der neben dem Bach verlaufende Wanderweg gesperrt werden.
Foto: Johann Lechner

„Schade um das wunderschöne Tal!“, sind einige Steiner entsetzt und sehen die Stadt Krems und den Verschönerungsverein – er pflegt den Naturlehrpfad – in der Pflicht. Der Umweltschützer und Aktivist des Österreichischen Tourismus-Klubs (ÖTK), Robert Kermer, ärgert sich, dass man das Naherholungsgebiet der Kremser so stiefmütterlich behandelt. „In einem Bereich werden Müll und Grünschnitt von Häusern oberhalb auf den Weg geschmissen“, zeigt der Kremser, der sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich engagiert, beim Lokalaugenschein mit der NÖN die Missstände auf. 

„Das Rückhaltebecken müsste ausgebaggert werden, was auch einen positiven Effekt auf den Bach oberhalb hätte. Der rinnt auch bei geringem Wasserstand streckenweise auf den Weg daneben.“ Unprofessionell zurückgestutzte Bäume und Sträucher säumen den Pfad. Kritik gibt es auch am Kahlschlag (die NÖN berichtete): „Das hätte man ganz anders machen können!“

In die von immer mehr Steinern und Wandergästen kritisierten Zustände passt die (Nicht-)Reaktion des Verschönerungsvereins. Die NÖN fragte bei Obmann Thomas Schilling an. Der vertröstete über mehr als zwei Wochen mehrmals, wollte Rücksprache mit seinem Stellvertreter halten und versprach einen Terminvorschlag. Bis Redaktionsschluss gab es den jedoch leider nicht.