Bezirk Krems: 1.059 ÖVP-Kandidaten auf 30 Listen. ÖVP tritt als einzige Partei in allen 30 Gemeinden des Bezirks Krems-Land an. Kandidaten sind zwischen 18 und 80 Jahre alt.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 16. Januar 2020 (04:19)
Paula Pregesbauer (18) aus Hadersdorf-Kammern – im Bild mit ihrem Pferd Caroline, einem 12-jährigen Holländischen Warmblut – ist jüngste Kandidatin der ÖVP bei der Gemeinderatswahl 2020.
Martin Kalchhauser, ÖVP

„Wir sind bei dieser Wahl so vielfältig und breit aufgestellt wie nie“, freut sich ÖVP-Bezirksparteiobmann Hans Penz über den Kandidatenmix seiner Partei. In allen 30 Gemeinden tritt nur die ÖVP an. Und sie schickt insgesamt 1.059 Kandidaten ins Rennen um die 580 Mandate, von denen sie aktuell 371 hält.

31 Kandidaten mehr als bei der vergangenen Gemeinderatswahl 2015 gehen an den Start – der Anteil der Frauen ist mit 282 (gegenüber 777 Männern) von 24,1 auf 26,6 Prozent gestiegen. 244 Personen sind dabei jünger als 35 Jahre.

Schülerin aus Hadersdorf als Jüngste im Team

Das „Küken“ im Team ist Paula Pregesbauer aus Hadersdorf-Kammern. Die Schülerin des Sportleistungszentrums St. Pölten ist „familiär vorbelastet“. Mutter Marlene ist geschäftsführende ÖVP-Gemeinderätin. „Die ganze Familie ist politisch sehr interessiert, da war es naheliegend, dass ich einmal hineinschnuppern möchte“, erklärt die Jungpolitikerin.

Als an 28. Stelle gereihte Kandidatin (die ÖVP hält in der Gemeinde elf der 19 Mandate) ist sie chancenlos. „Aber es ist wichtig, dass sich junge Leute engagieren, und für mich naheliegend, dass sie das zuerst in der eigenen Gemeinde tun“, so die junge Frau, die als Trainerin bei den Kremser Sportakrobaten im Einsatz ist und begeistert dem Reitsport frönt. Ein künftiges politisches Engagement ist für sie nicht ausgeschlossen.

Wilfried Vacano (80) aus Aggsbach-Markt ist der älteste ÖVP-Kandidat bei den bevorstehenden Wahlen.
NOEN

Sicher nicht mehr voll einsteigen will dagegen Wilfried Vacano aus Aggsbach-Markt. Der Mann, der 2019 seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, rangiert in der Kandidatenriege am anderen Ende der Altersskala. „Ursprünglich habe ich gesagt: ,Was wollt ihr mit mir mit über 80 Jahren?‘, aber dann habe ich doch zugesagt“, erinnert sich der Speedway-Staatsmeister des Jahres 1961, wie er für die ÖVP-Liste angeworben wurde.

Neun der 15 Sitze hält dort die ÖVP. An wählbarer Stelle ist der Pensionist nicht angeführt. Er sei schon viele Jahre Mitglied der Partei. „Ich helfe gerne, aber einen aktiven Wahlkampf werde ich sicher nicht mehr machen.“ Außerdem hält sich Vacano als für die Politik ohnehin ungeeignet: „Ich bin viel zu direkt. Und die vielen Streitereien in unserem Gemeinderat in der Vergangenheit habe ich immer nur als abstoßend empfunden.“