Stieger ist wieder aus seinem „Exil“ zurück. Anwältin bezweifelt den von ihm im NÖN-Telefonat angekündigten großen Auftritt bei Pressekonferenz.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 13. März 2019 (05:11)
NOEN
Kündigt neue Enthüllungen an: Franz Stieger meldete sich in der Vorwoche aus dem vermeintlichen „Exil“ zurück.

Franz Stieger ist zurück. In einem Anruf im Kremser NÖN-Büro (mit unterdrückter Rufnummer) kündigte der als „Behördenschreck“ bekannt gewordene Kremser an, wieder als Aufdecker auftreten zu wollen. NÖN-Leser kennen die Geschichte: Nachdem sich der nunmehr 59-Jährige mehrfach seiner Verhaftung entziehen hatte können, war er im Oktober 2017 in seinem Haus in der Mölkergasse verhaftet worden. Er musste eine gegen ihn verhängte Haftstrafe von 17 Monaten wegen Stalkings antreten.

Doch schon am 13. Dezember 2017 nützte er einen Freigang aus der Justizanstalt Krems zur Flucht. Angeblich setzte er sich nach Liechtenstein ab, von wo er sich laufend mit Briefen (auch an die NÖN) zu Wort meldete. Zweifel, diese könnten für ihn in Liechtenstein bzw. Vorarlberg aufgegeben worden sein, wurden nie ausgeräumt. Er dürfte sich die ganze Zeit in Wien bzw. im Bezirk Mödling aufgehalten haben.

In einem Brief an die Justizanstalt Krems fordert er nun, die „in der ,bösen Unterkunft‘ verbliebenen persönlichen Gegenstände“ an seine Anwältin Sonja Fragner auszuhändigen. Telefonisch kündigt er eine Pressekonferenz in Wien an, in der er wieder auf Ungerechtigkeiten gegenüber seiner Person aufmerksam machen möchte. „Mit dem 6. März hat meine Haft geendet. Also ist die Sache jetzt erledigt.“

Doch nicht nur seine Anwältin sieht das anders. Fragner: „Natürlich ist das nicht der Fall, weil er sich ja der Haft durch Flucht entzogen hat!“ Stieger erwägt auch eine Alternative: Vielleicht werde er „freies Geleit“ fordern …