Krems

Erstellt am 14. August 2018, 06:06

von Martin Kalchhauser

Kremser Steinertor-Tiefgarage: Plan liegt auf Eis!. Alle Einsprüche gegen Projekt abgewiesen. Kein Projekt Südtirolerplatz ohne Anbindung der Utzstraße an B 3.

So könnte laut einem Plan des Ziviltechnik-Büros Retter die Verlängerung der Utzstraße und damit die Anbindung des Zentrums an die Umfahrung (Bundesstraße 3) aussehen. Die Pläne sind den Kremser Verantwortlichen bekannt.  |  Visualisierung: Retter & Partner Ziviltechniker GmbH

Alle Einsprüche gegen das Projekt der Errichtung einer Tiefgarage am Südtirolerplatz wurden vom Stadtsenat abgewiesen. „Grünes Licht“ für den Bau! Doch jetzt will Investor Othmar Seidl nicht mehr.

„Ich wurde darüber offiziell noch nicht informiert“, stellt Seidl im NÖN-Gespräch zu den abgewiesenen Einsprüchen dreier Anrainer gegen das Projekt mit einer Investitionssumme von 7,5 Millionen Euro fest. „Außerdem erwarte ich, dass es weitergeht“, befürchtet er einen lange Weg durch die Instanzen. Er will das Projekt definitiv nicht mehr umsetzen.

„Ich werde das Projekt Tiefgarage Südtirolerplatz sicher nicht mehr selbst machen, aber immer wieder nachbohren und jeden unterstützen, der es in Angriff nimmt.“Othmar Seidl, Investor und Betreiber des Einkaufszentrums Steinertor

Dass ihm die Sache ein Anliegen bleibt, ist aber klar: „Ich werde immer wieder nachbohren und jeden unterstützen, der es in Angriff nimmt.“ Für Seidl ist sein Verhalten keine Kehrtwendung. „Ich habe immer gesagt, dass die Tiefgarage Südtirolerplatz untrennbar mit der Anbindung der Utzstraße an die Bundesstraße 3 (Umfahrung) verbunden ist.“ Nur wenn die 2007 genehmigte Verkehrslösung realisiert werde, würde sich die Sache langfristig rechnen.

Deshalb setzt der Kremser Investor jetzt seine ganze Kraft für die Verlängerung der Utzstraße Richtung Süden ein. „Das Parkhotel könnte laut dem vorliegenden Plan der Ziviltechniker Retter & Partner übrigens bleiben, nur die Österreichhallen wären im Weg.“

Investor Othmar Seidl: Anbindung der Utzstraße an die B3 hat für ihn Priorität.  |  NOEN

Das Projekt, das in der Schublade liege, sieht eine neue Auf- und Abfahrt der B 3 samt Überplattung des Bereichs vor. 42.000 Quadratmeter Fläche würden entstehen (Geschäftsflächen, Büros), das Projekt würde die Stadt zugleich an die Donau und an die „Sportmeile“ rücken. Die Schiffanlegestelle könnte donauabwärts näher zum Zentrum kommen, und eine moderne Lösung für Eislaufplatz und Stadtsaal wäre zudem möglich. 120 Millionen Euro beträgt die Invesitionssumme für den ehrgeizigen Plan. Seidl: „Natürlich muss sich das wirtschaftlich rechnen!“

Wichtigster „Nebeneffekt“ des ehrgeizigen Projekts: die Belebung der Innenstadt. „Denn nur wenn man hereinfahren und parken kann, nehmen die Kunden das Angebot an. Aber mit ein paar politischen Entscheidungen könnte man die Innenstadt retten.“

Entsprechend seiner Überzeugung spricht sich Seidl auch gegen die geplante Umgestaltung der Wiener Straße zu einem Boulevard aus. „Ampeln und Bewegungszonen bringen niemandem etwas. Die Wiener Straße wird nie die ,MaHü‘ (Mariahilfer Straße, Anm.) werden!“ Vielmehr sei sie derzeit eine der beiden wichtigen Einfahrten in das Stadtzentrum, und diese dürfe nicht blockiert werden. „Sonst bleiben noch mehr Kunden gleich draußen bei den Einkaufszentren stehen.“

Positiver Effekt für die Ringstraßen-Bewohner

Auch auf die Ringstraße hätte die neue Stadteinfahrt via Utzstraße einen überaus positiven Effekt. „Bei dieser handelt es sich um eine Wohnstraße, und hier werden 3,8 Millionen Pkw pro Jahr gezählt. Die neue Lösung würde die Bewohner massiv entlasten.“

„Krems hat viel Potenzial“, meint Seidl, stellt aber fest, dass „durch die Mächte, die am Werk sind, oft gebremst“ werde. Dabei nimmt er Bürgermeister Reinhard Resch definitiv aus. Der könne allein auch nichts bewirken und sei „menschlich in Ordnung. Wir haben uns ausgeredet und wieder gefunden.“