Großkunde entpuppte sich als Serienbetrüger. 29-Jähriger konnte und wollte nicht zahlen: Er löste extra Gewerbeschein, dann durfte er Großeinkäufe auf Lieferschein tätigen.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 13. Mai 2019 (08:02)
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Symbolbild

Nach zwei abgebrochenen Lehren und der Ausübung diverser Hilfsarbeitertätigkeiten beschloss ein Waldviertler (29) aus dem Bezirk Zwettl, auf weniger anstrengende Art seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Der Waldviertler wusste, dass bei Vorlage eines Gewerbescheins bei zahlreichen Unternehmen die Möglichkeit besteht, mit Lieferschein Waren zu beziehen. Mit 20. Februar 2018 meldete er bei der Bezirkshauptmannschaft Gmünd das freie Handelsgewerbe mit Sitz in Amaliendorf an. Er habe nie vorgehabt, wie er vor Gericht eingestand, eine Tätigkeit als selbstständiger Unternehmer auszuüben: „Ich wollte nur einen Gewerbeschein, um Großeinkäufe auf Lieferschein tätigen zu können. An die Zahlung der Waren habe ich nie gedacht“, gab er zu.

Sein Plan sei aufgegangen, schilderte er, und zählte die Tatorte auf: Am häufigsten trat er bei Lagerhäusern (in Gmünd-Vitis, Zwettl, Waidhofen, Langenlois und Loosdorf) auf und bezog Waren (unter anderem Werkzeug, Ölheizgerät, Elektrogeräte) in einem Gesamtwert von über 22.000 Euro. Bei einem Garser Geschäft hat der Waldviertler über 5.000 Euro und bei einem Kremser Unternehmen über 12.000 Euro offen. Einem Geschäft in Emmersdorf schuldet er noch 6.800 Euro.

Innerhalb von wenigen Wochen hatte sich der Waldviertler Waren im Gesamtwert von an die 60.000 Euro ergaunert. Für den bislang unbescholtenen 29-Jährigen setzte es wegen gewerbsmäßigen Betruges 20 Monate bedingt. Nicht rechtskräftig.