2018 war wärmstes Jahr der Geschichte. Mit Ausnahme von Februar und März wiesen alle Monate überdurchschnittliche Temperaturwerte auf.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 13. Januar 2019 (04:58)
Michaela Sommer
Temperaturen an die 30 Grad machten es möglich. Die Kremser suchten schon Ende April Abkühlung im Freibad. Im Bild: Lena und David Göttlicher.

Das Wetterjahr 2018 geht in die Geschichtsbücher ein. Wie auch für ganz Österreich gesehen war es in Krems das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1875. Die Jahresdurchschnittstemperatur von 11,7 Grad übersteigt den langjährigen Mittelwert, der von 1981 bis 2010 errechnet wurde, gleich um 2,1 Grad. Zur Info: Schon das Vorjahr lag mit seinen 10,9 Grad im Spitzenfeld der ewigen Bestenliste.

April tanzte am deutlichsten aus der Reihe

Gleich zehn Monate waren 2018 zu warm. Am deutlichsten aus der Reihe tanzte der Monat April, in dem die Temperatur den langjährigen Mittelwert um unglaubliche 5,1 Grad überstieg. Höhepunkt der Anomalie: 29,6 Grad am 29. April. Das Kremser Freibad freute sich über einen unerwartet frühen Besucherandrang.

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Durchschnittstemperatur 2018. Quelle: ZAMG, Illustrationen: Benkworks/KENG MERRY/yaichatchai/Shutterstock.com

Viele prophezeiten nach dem außergewöhnlichen warmen Frühjahr einen verregneten und kühlen Sommer. Der Wetterausgleich sollte aber nicht kommen. Sonne en masse und Temperaturen bis zu 36,6 Grad sorgten für Hochbetrieb im Swimming Pool.

Die Landwirtschaft hingegen ächzte unter der Trockenheit. Erst im Herbst entspannte sich die Situation, letztendlich fielen mit 552 Litern pro Quadratmeter fast exakt so viel Regen und Schnee, wie in einem „normalen Jahr“. Dabei kamen auch die Sonnenanbeter nicht zu kurz. Überdurchschnittliche 1975 Stunden scheinte die Sonne über Krems.

Rückblickend bilanziert Rainer Kaltenberger, Klimatologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: „2018 bestätigt den Trend zu einem immer wärmeren Klima. Ungewöhnlich war der abrupte Wechsel von einem temperaturmäßig zu kühlen, vielfach frostigen März auf einen extrem warmen April.“